Über Jimmy Iwinski

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Deutsche Kickbox-Meisterschaften 2009 in Darmstadt

Organisatoren und Sportler setzen unvergessliche Ausrufezeichen!

Gemeinsam mit dem Budo-Do-Tameshi e.V. verwirklicht die WAKO-Deutschland e.V. neue Wege in der Durchführung von Kickboxmeisterschaften. So geschehen auf den Deutschen Meisterschaften am 6. und 7. Juni 2009 in Darmstadt. Die Veranstalter konnten eine große Medienpräsens aufweisen indem sie über mehrere Stunden die aktuellen Ereignis in der Sporthalle Böllerfalltor live im Internet übertrugen. Auch die Zuschauer konnten die Kämpfer an den eigens dafür aufgestellten Großbildschirmen die Kämpfe und aktuellen Ergebnisse mitverfolgen. Selbst beim Snack im Bistrobereich konnten sie nichts verpassen. Auch die Sportler der WAKO-Deutschland e.V. trugen ihren Anteil an den erfolgreichen Deutschen Meisterschaften. Jeder Landesverband schickte seine besten vier Sportler in jeder Gewichtsklasse, die sich über die jeweiligen Landesmeisterschaften qualifizieren mussten. Die zahlreichen Zuschauer konnten sich auf hochklassige Zweikämpfe freuen. Nicht nur Insider bescheinigten dem Turnier und seinen Sportlern Bestnoten, auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, die sich als Schirmherrin zur Verfügung gestellt hatte, hohe Vertreter des Hessischen Landessportbundes und das Fernsehen, darunter das ZDF, bestätigten das hohe Niveau.

Im Semikontakt sorgte Sascha Gräske (-74kg) für viel Aufsehen. Mit äußerst sehenswerten und blitzschnellen Kickboxtechniken eroberte er in seiner Klasse den ersten Platz. Im Finale besiegte er Arben Ftac und erhielt für seine Auftritte von den Bundestrainern Daniel Weil und Daniel Händel den Technikerpokal im Semikontakt. Aber auch Martin Peter (-63kg) und Timmy Sarantoudis (-69kg) beeindruckten in ihren Klassen und wurden verdient Deutscher Meister. Robert Knödlseder (-84kg) erkämpfte wieder den ersten Platz in seiner Gewichtsklasse. Im Finale konnte er sich souverän gegen Kevin Krämer durchsetzen. Rene Perz gewann in der Klasse -94kg und verwies den erfahrenen Michael Steier auf den zweiten Platz. Ebenfalls im Finale erfolgreich war Faton Rexhai in der Klasse -89kg. Er besiegte in seinem Finale den starken Frank Stretz. Robby Christoph wiederholte seinen Erfolg von der Internationalen Deutschen Meisterschaft und siegte erneut in der Klasse -94kg.

Bei den Damen triumphierten zwei alte Bekannte. Die langjährigen Kadermitglieder Melanie Moder (-65kg) und Adrian Doppler (-70kg) dominierten erwartungsgemäß ihre Klassen. Weltmeisterin Melanie Moder besiegte im Finale Stefanie Deiß und Doppler erkämpfte ihren Sieg gegen Barbara Czegeny. Mit Carolin Pitzke stand auch in der Klasse -60kg ein bekanntes Gesicht ganz oben auf dem Treppchen. Die technisch exzellent ausgebildete Pitzke bezwang zuletzt Susanne Platen. Sandra Mechler ging unbesiegt aus der Klasse -55 kg hervor. Im Finale verwies sie  mit sehenswertem Semikontakt Rebecca Pfaffl in die Schranken. Kim Tamara Samote gewann in der Klasse -50kg und Heidi Rieger besiegte Julia Matthiessen in der Klasse +70kg.

Vielversprechend präsentierten sich die Kadersportler im Leichtkontakt. In fast allen Gewichtsklassen stellte der aktuelle Kader Finalteilnehmer. In der Klasse -89kg überzeugte Vize-Europameister Fabian Fingerhut, der im Finale Juri Ditz besiegte. Auch Christian Pohl zeigte sich dem Publikum in Bestform. Überlegend demonstrierte er schönste Kickboxtechniken im Finale gegen Manuel Weick und wurde verdient Deutscher Meister in seiner Klasse -79kg. Auch Sascha Schuchardt kann sich Deutscher Meister 2009 nennen. In der Neuauflage des Finales -74kg aus dem Mai bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft gegen Viktor Hait hatte er erneut knapp die Nase vorn. In einem spannenden und hart umkämpften Finale hatte er in der letzten Runde die entscheidenden Treffer gesetzt, um die Stimmen der Kampfrichter für sich zu gewinnen. Stephan Bücker präsentierte sich in seiner Klasse -84kg in verbesserter Verfassung und konnte erneut als Sieger der Deutschen Meisterschaft die Matte verlassen. Er besiegte im Finale Christopher Raatz. Ein packendes Duell lieferten sich Achmed Nabo und Klemens Ruder in der Klasse -69kg. Lange führte Nabo im Finale, doch Klemens Ruder holte in der dritten Runde stark auf und konnte den Sieg in letzter Minute für sich erkämpfen. Ruder wurde zudem von den Bundestrainern der Technikerpokal im Leichtkontakt verliehen. Max Bessel siegte in der Klasse -57kg und gilt als neue große Hoffnung in der leichten Gewichtklasse für Männer.

Bei den Musikformen beeindruckte wieder einmal Judith Weck die Zuschauer und wurde gleich zweimal Deutsche Meisterin. Weck, die von der WAKO-Deutschland für ihre Verdienste um die Musikformen mit einer Ehrennadel ausgezeichnet wurde, zeigte ihr Können sowohl im Hard Style als auch im Hard Style mit Waffen. Madina Ghafoor siegte dagegen bei den Damen Soft Style und verdrängte Michelle Veith auf den zweiten Platz. Bei den Herren siegte Kapustian Wjatscheslaw bei Hard Style und Der Ewald bei Hard Style mit Waffen.

Wie schon bei anderen WAKO Turnieren wurden von der PWC auch wieder Anti-Doping Kontrollen durchgeführt. Wir hoffen, dass diese wie die anderen zuvor auch schon, alle wieder negativ ausfallen und wir somit gewährleisten können, dass bei der WAKO keinerlei Dopingmittel von den Sportlern verwendet werden.

Text: Martin Albers

Leichtkontakt Bundeskaderlehrgang in Köln

Am 23./24. Mai 2009 fand Kölner Sportcenter Hara der erste Nationalkaderlehrgang im Leichtkontakt statt. Das Bundestrainerteam, Peter Zaar, Dirk Kindl, Bernd Reichenbach und Martin Albers, luden zahlreiche Sportler zu intensiven Trainingseinheiten und Teambesprechungen ein.

Zu den etablierten Kaderkämpfern mischten sich viele neue Sportler mit vielversprechenden Perspektiven. Am Samstag Vormittag standen verschiedene Sparringsformen auf dem Programm, während am Nachmittag technisch-taktisch Inhalte eintrainiert wurden. Am Sonntag komplettierte ein umfassendes Handicap-Sparring den Lehrgang.

Bevor am Samstag der zweite große Trainingsblock startete, stellte das Trainerteam gemeinsam mit seinen Assistenten Jimmy Livinsky und Oliver Hahl den aktuellen A-Kader vor:

Yamilie Castillo-Preuss, Fabian Fingerhut, Jessica Heimann (alle Budo-Do Tameshi Darmstadt), Stefanie Kemper, Melanie Pflüger, Mike Höfer, Christian Pohl (alle Sportcenter Hara Köln), Maneka Kissel, Sascha Schuchardt (beide Kickbox Club Köln), Sya Ukena (SC Budokan Braunschweig), Katja Schatta (Budo SV Gelsenkirchen), Nadja Fritsche (Diamond Sports Hamburg), Lukasz Makarewicz (ATV Frankonia Nürnberg),  Achmed Nabo (Sportschule Wübke Hamburg), Stefan Bücker (TUS Stuttgart), Max Bessel (Kickboxteam Eberswalde), Klemens Ruder, Serder Kaplan, Julia Irmen  (alle TSV Platting) und Paul Schmunk (PSV Gelsenkirchen).

Das Trainerteam machte den Sportlern jedoch deutlich, dass die Mitgliedschaft im A-Kader noch nicht gleichbedeutend mit einer Nominierung zur Weltmeisterschaft zu sehen ist. Weiterhin bedeutet die Aufnahme in den A-Kader unter anderem auch die Verpflichtung, sich als Vorbild im Kickboxen diszipliniert und sportlich fair auf den WAKO-Veranstaltungen zu präsentieren.

Text/Foto: Martin Albers

German Open in Lünen

Am 16. Mai 2009 lud die WAKO-Deutschland e.V. zur Internationalen Deutschen Meisterschaft im Kickboxen nach Lünen in Nordrhein-Westfalen. Mit hilfreicher Unterstützung des Sportcenter TAN GUN Center von Brahim Triqui gelang ein unvergessliches Sportereignis mit 480 Startern aus 13 Ländern. In den Disziplinen Semi-, Leicht- und Vollkontakt sowie den Musikformen fanden sich Sportler unter anderem aus Belgien, Tschechien, Dänemark, Holland, Kroatien, Irland, Schweiz, Finnland, Lettland, Mazedonien, Liechtenstein, England,  und nahezu allen deutschen Bundesländern wieder.

Im Semikontakt konnten viele Nationalkaderkämpfer Siege feiern. So ließ beispielsweise Adriane Doppler nichts in ihrer Gewichtsklasse (-70kg) anbrennen. Sie besiegte mit blitzschnellen Hand- und Fußtechniken in ihrem Finale Christine Naske aus Fulda. Auf der anderen Seite sicherte Sandra Melcher den erhofften Sieg für ihren Verein Kampfsportfreunde Fulda e.V. in der Klasse -55kg. Auch bei den Herren konnten erneut viele erfahrene Sportler ein klares Zeichen in ihrer Gewichtsklasse setzen. Christian Welker vom sehr erfolgreichen Verein KSV Sidekick besiegte im Finale der Klasse -69kg seinen Vereinskameraden Timmy Sarantoudis. Das Finale in der Klasse -74kg gewann Sascha Gräske aus Leipzig gegen Valentin Krauter.

Harald Schmidt (-79kg) und Robert Knödlseder (-84kg) überzeugten ebenso. Beide Nationalkaderkämpfer ließen in ihren Vorkämpfen keine Zweifel aufkommen und besiegten ungefährdet ihre Gegner. In den Finalen ihrer beiden Gewichtsklassen konnten sie mit sehenswertem und attraktivem Semikontakt-Kickboxen die Zuschauer begeistern. Rene Perz (-94kg) und Robby Christoph (-94kg) konnten sich den Titel des Internationalen Deutschen Meisters in den Schwergewichtsklassen sichern.

Im Leichtkontakt konnten sich ebenfalls viele etablierte Sportler behaupten. Darunter Vize-Europameister Fabian Fingerhut in der Klasse -89kg. Im Finale besiegte er souverän Murat Top. Auch Mike Höfer beherrschte seine Klasse -94kg. Im Finale stand ihm ein gut aufgelegter Lukasz Makarewicz gegenüber, den der Remscheider allerdings klar besiegen konnte. In der Klasse -79kg dominierte EM-Bronzemedaillengewinner Christian Pohl und in der Klasse -84kg der Stuttgarter Stefan Bücker. In der Klasse -74kg zeigte Sascha Schuchardt, dass ihm die Zukunft des Kickboxens gehören kann. Mit exzellenten und variablen Kickboxkombinationen bestieg er verdient das Treppchen bis auf den ersten Platz. Auch bei den Damen bestiegen einige Kaderkämpferinnen das Treppchen bis nach ganz oben. Yamile Castillo-Preuss gewann die Klasse -50kg, Julia Irmen ihre Klasse -60kg und Stefanie Kemper dominierte die Klasse -70kg. Lediglich Melanie Pflüger (-65kg) hatte im Finale das Nachsehen. Gegen die starke Irin Julie Mc Hale fand Pflüger kein Mittel und musste sich geschlagen geben. Sya Ukena siegte in der Klasse +70kg und konnte sich über eine Einladung zum Nationalkaderlehrgang freuen.

Das deutsche Vollkontakt-Kickboxen ist auf dem Vormarsch. Im Ring konnten die Zuschauer viele spannende Kämpfe bewundern. Johannes Wolf aus Ingolstadt besiegte im Finale der Klasse -57kg den Dänen Sören Jörgensen. Serdar Kaplan konnte sich den Titel in der Klasse 63,5kg gegen einen sehr stark kämpfenden  Trevor Kinlon aus Irland sichern. Stark beeindruckt hat auch Azer Ismailov aus Münster. Mit einer Mischung aus Kampfherz und tollen Kickboxkombinationen besiegte er im Finale der Klasse -67kg den Finnen Jussila Jarkko. Klemens Ruder und Dimitri Hait lieferten sich eine Ringschlacht in der Klasse -71kg, die letztendlich Klemens Ruder vom TSV Plattling für sich entscheiden konnte. Bei den Damen überzeugten eine hervorragend aufgelegte Julia Irmen (-60kg) und Yamilie Castillo-Preuss (-48kg). Stefanie Kemper und Nadja Fritsche standen sich in Lünen gleich zweimal gegenüber. Während Stefanie Kemper das Leichtkontaktfinale gewonnen hatte, unterlag sie im Finale gegen Nadja Fritsche (-70kg).

Bei den Musikformen überzeugte erneut Judith Weck mit Gold bei Formen Hard Style mit Waffen und Silber bei Formen Hard Style. Michelle Veith überzeugte dagegen bei den Formen Softstyle. Bei den Herren holte Güven Can Roman bei den Formen Hard Style mit Waffen den Titel und Jonas Petrik vom Team No Gravity gewann bei den Herren Hard Style ohne Waffen.

Die Sportler haben nach den tollen Leistungen in Lünen wenig Zeit zum Durchatmen, denn am 6. und 7. Juni 2009 erwartet Darmstadt die besten vier Sportler jedes Landesverbandes zu den Deutschen Meisterschaften im Kickboxen.

Text: Martin Albers

Podiumsdiskussion mit Bundesjustizministerin Brigitte Zypries


Foto: Matthias Morche

Die hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion am 09.05.09 im Vorfeld der Deutschen Kickbox Meisterschaft war ein voller Erfolg. Persönlichkeiten aus Politik, Sport, Kirche und Wissenschaft diskutierten über das Thema: „Gewalt, Jugendkriminalität, Kampfsport – Kickboxen, eine Lösung?“

Moderator und souveräner Leiter der Gesprächsrunde war Ralf-Rainer Klatt, Sportberater in Darmstadt und Präsidiumsmitglied des Landessportbund Hessen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Podiumsdiskussion

Brigitte Zypries, Bundesjustizministerin, Ehrenmitglied im Kampfsportverein Lotus Eppersthausen

Jimmy Iwinski, Landestrainer, Lehrwart und Vizepräsident des Hessischen Kickbox Verbandes. Selbständig als Personaltrainer und Eventmanager.

Martin Albers, ehemaliger Welt- und Europameister im Kickboxen, heute Bundestrainer und als Diplom-Sportlehrer mit einem interdisziplinären Team u.a. in Gewaltpräventionsprojekten tätig

Yamile Castillo-Preuß, Budo-Do-Tameshi Darmstadt e.V., amtierende Deutsche Meisterin (bis 48 Kg)

Uwe Wiesner, Gefängnisseelsorger in der JVA Rockenberg, Mitglied im Arbeitskreis „Kirche und Sport“ der Ev. Landeskirche in Hessen Nassau

Karsten Krügler, Medienpädagoge und Lehrer, Institut für Medienpädagogik und Kommunikation

Kurze Video Statements findet ihr auf der Webseite zur Deutschen Meisterschaft: www.wako-dm09.de

BAKU Referent Daniel Gärtner trainiert auch deutsche Skispringer

Ihr habt vielleicht schon mitbekommen, dass ich als Sportwissenschaftler seit 2005 die Deutsche Snowboard-Nationalmannschaft trainiere? Im Speziellen kamen die Trainer auf mich zu, damit ich koordinationsfördernde Maßnahmen mit den Athleten in der Vorbereitungsphase mache. Amelie Kober und Co trainieren seit dieser Zeit regelmäßig mit mir Turnen, Freestyle Karate und Kickboxen. Für die Snowboard-Halfpiper wurde ich jetzt sogar zum Freestyle-Karate und Turntraining verpflichtet, da viele Moves aus dem Snowboard Ähnlichkeiten mit den Moves aus den Musik-Formen haben und hier ein positiver Transfer geschaffen werden kann.

Seit Sommer 2008 sind nun auch die deutschen Skispringer unter meinen Fittichen. Der neue Bundestrainer Werner Schuster setzt alles auf ein umfangreiches Programm und will auch in Zukunft mit mir zusammenarbeiten.


Skispringer Martin Schmitt beim Training mit Daniel Gärtner

Text: Daniel Gärtner

Werner Soßna tritt als Bundestrainer zurück

Liebe Sportler.

Ich möchte euch auf diesem Wege über meinem Rücktritt als Bundestrainer informieren. Ich übe dieses Amt nun seit 1988 aus und denke 20 Jahre sind eine lange Zeit. Ich möchte mich bei allen Sportlern, die in dieser Zeit im Nationalkader waren, und auch deren Heimtrainern für die tolle Zusammenarbeit bedanken. Die Zeit mit euch hat Spaß gemacht, und es waren für mich unvergessliche Jahre an die ich mich gerne zurückerinnern werde. Es war für mich ein tolles Gefühl an euren Erfolgen teilhaben zu dürfen. Ich habe mich mit euch bei den Siegen gefreut, bei Niederlagen gelitten und mich bei Fehlurteilen für euch eingesetzt. Wir hatten bei den Feiern nach den Turnieren immer viel Spaß, und das sind Erlebnisse die einem niemand mit Geld bezahlen kann. Ein Grund für meinen Rücktritt ist der, dass ich glaube es ist an der Zeit mit neuen Trainern, die vielleicht neue Ideen haben, wieder weiter nach vorne zu kommen. Ein weiterer, die Tatsache, dass ich in meiner Eigenschaft als Welt – Vizepräsident nicht mehr bei euch in der Ecke stehen durfte und euch nicht so unterstützen konnte wie ich es gerne getan hätte. Ich werde jedoch weiterhin mit am Ring stehen und euch und die Bundestrainer unterstützen, wenn ihr und diese das wollen. Ebenso konnte ich durch die vielen Sitzungen des Weltverbandes bei den Welt- bzw. Europameisterschaften die Abende nicht bei euch im Hotel verbringen. Ich denke jedoch, dass die Nähe zum Trainer bei solchen Turnieren für den Sportler sehr wichtig ist. Dies ist ein weiterer Grund für meinen Entschluss. So ist der Weg nun frei für neue Leute, die euch dann optimal betreuen können.

Ich bedanke mich an dieser Stelle auch bei meinem Kollegen Ferdinand Mack, der in dieser Zeit nicht nur ein Trainerkollege, sondern vielmehr ein sehr guter Freund für mich war. Wir waren bei einigen Entscheidungen zwar nicht immer einer Meinung, dennoch haben wir immer einen gemeinsamen Ausweg gefunden. Es war mir eine Ehre mit ihm zusammen das Amt des Bundestrainers ausüben zu dürfen. Ebenso war es für mich eine Ehre bei seinen Kämpfen in seiner Ecke stehen zu dürfen und somit vielleicht auch einen kleinen Anteil an seinen Erfolgen für mich verbuchen zu können. Unvergesslich sind auch die Abende auf dem Hotelzimmer, wenn wir die Kämpfe analysierten oder uns über andere Themen austauschten. Ferdi ich werde diese Zeit mit dir nie vergessen. Vielen Dank für alles.

Ich habe mit Ferdinand über meinen Rücktritt gesprochen, und er wird, wie dies bereits Peter Zaar auch getan hat, ein Assistententeam benennen, welches ihm bei seiner Aufgabe in Zukunft helfen wird. Darüber wer dies sein wird, unterrichten wir euch natürlich rechtzeitig. Ich wünsche diesen Trainern, welche meinen Platz einnehmen werden ebenso viel Erfolg und Spaß mit dem Team wie ich ihn hatte.

Zum Schluss möchte ich euch noch sagen, dass ihr mich ja nicht los seid. Wir werden uns weiterhin bei den Turnieren sehen, und ich werde euch auch weiterhin mit meinem Rat zur Seite stehen, wenn ihr mich danach fragt. Ich danke euch noch einmal für alles, und hoffe wir sehen uns bei den Landes- und Bundesturnieren.

Mit sportlichen Grüßen Werner

Text: Werner Soßna

WAKO Jahreshauptversammlung in Köln

Nachdem es in der WAKO Deutschland e.V. weiterhin gut läuft, gab es bei der Jahreshauptversammlung, welche wieder in Köln stattfand nichts gravierendes zu vermelden. Der Verband funktioniert und in den Landesverbänden steigen die Mitgliederzahlen.

Hauptziel ist weiterhin die Aufnahme und Anerkennung im Deutschen Sportbund, welches man mit Unterstützung eines Anwalts weiterhin vorantreiben will. Man blickt also zuversichtlich in die Zukunft und wird alles daran setzen die WAKO Deutschland e.V. weiter nach vorne zu bringen.

Einige Posten wurden neu besetzt und man erwartet sich davon auf diesen Gebieten einen weiteren Aufschwung. Werner Soßna trat schweren Herzens auf eigenem Wunsch von seinem Amt als Vollkontakt Bundestrainer das er 20 Jahre ausgeübt hatte zurück. Seine Verpflichtungen im Weltpräsidium lassen ihn keine Zeit mehr diesen Posten so auszufüllen wie er sich das vorstellt. So können die Sportler nun von einer neuen Person wieder optimal bei den Turnieren betreut werden.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung wurde auch ein Funktionär der WAKO Deutschland e.V. ausgezeichnet. Michael Wübke bekam vom Weltverband für seine geleistete Arbeit als Leichtkontakt Bundestrainer und den Aufbau des Landesverbandes Hamburg den 6. Meistergrad verliehen. Weltvizepräsident Werner Soßna überreichte zusammen mit WAKO Präsident Peter Zaar bei der Jahrshauptversammlung der WAKO Deutschland in Köln die Urkunde.

 
  Michael Wübke (Mitte) mit Weltvizepräsident Werner Soßna (li) und WAKO Präsident Peter Zaar.

Leichtkontakt Europameisterschaft in Guimaraes / Portugal

Julia Irmen wird souverän Europameisterin

Die Europameisterschaften in Guimaraes/Portugal vom 26. bis 30. November 2008 wurden im Leichtkontakt von Russland dominiert. Russland setzt schon seit Jahren erfolgreich ein universelles Kickboxen um und kann sich zudem unter Profibedingungen auf den Jahreshöhepunkt vorbereiten. Das Ergebnis ist eindeutig. Sieben Goldmedaillen in vierzehn Gewichtsklassen. Umso erfreulicher für Deutschland ist, dass Christian Pohl und Julia Irmen ihre russischen Gegner ausschalten konnten. Neben Fabian Fingerhut gehörten die beiden zu den stärksten deutschen Kämpfern. Das deutsche Team erkämpfte einen fünften Platz in der Nationenwertung.

Der erste Kampf mit deutscher Beteiligung war allerdings wenig erfolgreich. Viktor Hait (-74kg) startete zwar stark, musste jedoch in jeder Runde gegen Ende viele Punkte abgeben. Ein ausgeglichener Kampf wurde zu seinem Nachteil entschieden. 2:1 Kampfrichterstimmen zugunsten von Ivo Furrer aus der Schweiz. Auch Jessica Heimann (-55kg) hatte in ihrem ersten Kampf das Nachsehen. Jessica gab alles verlor aber letztendlich gegen eine zu starke Dorota Gozina aus Polen. Stefanie Kemper (-70kg) musste sich in ihrem ersten Kampf Lilia Zaidvlova aus Russland stellen. Stefanie fightete zwar bis zum Schluss, ihre gefürchteten Kicks zum Kopf kamen jedoch nicht wie gewohnt. Trotz einer starken letzten Runde konnte sie den Punktevorsprung der Russin nicht mehr aufholen. Yamille Castillo Preuß (-50kg) traf in ihrem ersten Kampf auf die mehrfache Weltmeisterin Reka Krempf aus Ungarn. Diese stellte von Anfang an klar, wer hier den Kampf machen wird. Yamille versuchte bis zum Ende alles, fand aber nicht die geeigneten Mittel. Auch Melanie Pflüger (-65kg) musste sich einer Ungarin geschlagen geben. Bojana Dancsecs ließ Melanie wenige Möglichkeiten, ihre Stärken erfolgreich ins Ziel zu bringen. Immer wieder setzte sie Melanie überfallartig unter Druck und bestimmte den Kampf. Obwohl Melanie vieles versuchte, konnte sie sich gegen die starke Ungarin nicht durchsetzen. Mike Höfer (-89kg) hatte gegen den sehr starken Alexander Solovev aus Russland das Nachsehen. Mike gestaltete in Runde zwei und drei den Kampf ausgeglichen, doch der Russe wusste seine Reichweitenvorteile geschickt zu nutzen. Am Ende unterlag Mike Höfer knapp nach Punkten.

Auch Arsim Demusi (-69kg) ist im ersten Kampf ausgeschieden. Dabei hatte es Arsim selbst in der Hand. Gegen Kevin Meunier aus der Schweiz gestaltete er einen ausgeglichenen Kampf. Erst in der letzten Runde entschied der Schweizer den Kampf mit einem sehenswerten Kopftreffer zum 2:1 Kampfrichterstimmen für sich. Mehr Glück hatte dagegen sein Vereinskollege aus Siegen Massut Haqparast (-63kg). Er besiegte den Rumänen Oprea Nicusor deutlich nach Punkten. Massud kämpfte taktisch hervorragend und lies sich auf keinen längeren Schlagabtausch ein. Er konterte seinen Gegner geschickt aus und holte auch im Vorwärtsgang wertvolle Punkte. Auch im zweiten Kampf zeigte Massud eine sehr souveräne Leistung. Ihm gegenüber stand ein äußerst unordotox kämpfender Stuard Larson aus England gegenüber. Der Engländer setzte sich zwar letztendlich durch, aber Massud Haqparast bewies, dass er im Kickboxen eine große Zukunft wird. Bis ins Viertelfinale kämpfte sich Giovanni. Er besiegte Yasir Celik aus der Türkei deutlich mit 3:0 Kampfrichterstimmen. Dabei ließ Giovanni nichts anbrennen. Er traf mit seinen Kicks zum Körper und zum Kopf und war auch im Boxen der bessere Kämpfer. Gegen den Polen Michal Wetzlak fand Giovanni dagegen nie richtig in den Kampf. Der Pole zeigte zu Beginn viel Respekt, legte diesen dann aber von Minute zu Minute mehr ab und setzte Giovanni unter Druck. Mit drei Kopftreffern kämpfte sich der Pole einen Punktevorsprung heraus dem Giovani hinterher lief. Er versuchte zwar alles und konnte noch einige Punkte gut machen, doch der Pole war clever genug seinen Vorsprung über die Zeit zu retten.

Christian Pohl gewinnt die Bronzemedaille

Christian Pohl (-79kg) besiegte im Viertelfinale Zeljan Jesic aus Kroatien klar nach Punkten. Anschließend lieferte er dem Russen Sergey Farelov einen packenden Kampf. Die Punkteführung wechselte dauernd, was beide Seiten viele Nerven kostete. Letztendlich gewann Christian aufgrund einer enormen Steigerung in der dritten Runde,  in der er mit seinen Kicks zum Kopf mehrere Treffer landen konnte. Im Halbfinale wartete dann der mehrfache Weltmeister Zoltan Dansco aus Ungarn auf ihn. Die erste Runde entschied Christian für sich. Er bewegte sich gut und machte viele Punkte. Durch die zunehmende Härte des Ungarn ab der zweiten Runde drehte der Kampf. Die Kampfrichter unternahmen nichts gegen das Vollkontaktkickboxen, so dass Zoltan Dansco den Schüler von Peter Zaar förmlich überrannte. Christian versuchte zwar gegen zu halten, zeigte sich auch technisch und taktisch mindestens gleichwertig. Am Ende konnte er sich gegen die Härte des Ungarn nicht mehr behaupten. Christian Pohl beendete das Turnier mit einer herausragenden Leistung und einer verdienten Bronzemedaille.

Fabian Fingerhut wird Zweiter

Seinen ersten Sieg auf dem Turnier feierte Fabian Fingerhut (-89kg) gegen den Portugiesen Pedro Correia. Schnell erarbeitete sich Fabian ein großes Punktepolster, welches er bis zum Schluss kontinuierlich ausbauen konnte. Auch in der nächsten Runde war Fabian seinem Gegner in allen Belangen überlegen. Der Pole Rafak Alexadrowicz konnte die erste Runde zwar noch etwas mithalten, doch ab der zweiten Runde bot Fabian einen super Kampf. Fabian ließ keinen Zweifel aufkommen, wer hier als Sieger die Matte verlassen würde. Er traf mit seinen Kicks und Händen nach belieben und sicherte sich überlegen das Halbfinale. Dort wartete nun der amtierende Weltmeister Gavin Williamson aus Großbritannien. Dieser kämpft äußerst unbequem und unorthodox. Mit unfairen Mitteln versuchte der Engländer den Kampf zu verzögern. Er ließ sich fallen und simulierte eine Verletzung um Fabian aus den Rhythmus zu bringen. Fabian behielt dagegen seine klare Linie und lag eine Minute vor Schluss knapp in Führung. Der Engländer gab den Kampf auf. Das Finale hat Fabian Fingerhut gegen Ildar Gabbasov aus Russland leider verloren. Fabian kam mit dem Stil des Russen nicht zurecht. Dieser bewegte sich zu gut und punktete stark mit seiner Führhand. In der letzten Runde kam Fabian zu Beginn noch einmal und konnte den Vorsprung verringern. Doch als auch der Russe legte noch einmal zu und entschied den Kampf. Fabian Fingerhut sicherte sich auf der Europameisterschaft eine verdiente Silbermedaille.

Julia Irmen holt überragend Gold

Julia Irmen besiegte zu Beginn Lilia Sharapova aus Russland. Obwohl die Russin immer wieder gefährlich wurde, konnte Julia ihr den eigenen Kampfstil aufzwingen und den Sieg souverän  sichern. Im nächsten Kampf gegen Gaia Tintori aus Italien ließ Julia ebenfalls nichts anbrennen. Julia bestimmte zu jedem Zeitpunkt das Kampfgeschehen und punktete die Gegnerin mit ihren schnellen Hand- und Fußtechniken aus. Auch Radivic Tamara auch Slowenien bereitete Julia wenig Probleme. Drei Runden lang ließ die Deutsche der Gegnerin nicht den Hauch einer Chance und zog überlegen ins Finale ein. Dort wartete dann eine alte Bekannte. Gegen die Ungarin Klara Morton gab es in der Vergangenheit schon Siege und Niederlagen. An diesem Tag sollte die glückliche Gewinnerin aus Deutschland kommen. Julia bestimmte den Kampf von Anfang an, musste sich aber vom Axtkick der Ungarin in acht nehmen. Mit den schnellen Angriffen der Deutschen kam die Ungarin dagegen nicht zurecht. Die Ungarin versuchte zwar mit ihren Kicks die Distanz zu halten, aber Julia kämpfte clever und ergriff immer wieder die Initiative. Kurz vor Ende wurde es dann doch noch einmal spannend. Völlig überraschend bekam Julia einen Minuspunkt, was  drei Trefferpunkte Abzug bedeutete. Für zwei der drei Kampfrichter gab es dennoch keinen Zweifel. Die bessere und damit die verdiente Siegerin konnte nur Julia Irmen heißen.

Die Bundestrainer Peter Zaar und Martin Albers bescheinigten dem deutschen Team sehr gute bis herausragende Leistungen auf den Europameisterschaften 2008, auch wenn die drei erreichten Medaillen leicht unter dem Erwartungen blieben. Auch Kai Becker löste seine Aufgabe als Deutscher Kampfrichter hervorragend. Wie schon in den Jahren zuvor, gehörten die Deutschen Kampfrichter immer zu den Besten auf den internationalen Turnieren.

Zu den Bildern

Text:Martin Albers / Fotos: Werner Sossna

Europameisterschaft in Varna

Mittwoch 1. Wettkampftag

Arben Ftac siegte nach einem spannenden Kampf der lange Zeit ausgeglichen war gegen Streich Anton (Schweiz) mit 15:11. Pech hatte Sandra Melcher, sie verlor ihren ersten Kampf gegen -55 kg Sandra Melcher gegen Billie Abdulla (England) mit 10:11 in der Verlängerung. Ebenfalls mit einer Niederlage endete der Kampf von Michael Diener. Er unterlag nach drei Runden gegen den Polen Sakek Pucharcz mit 0:3 Kampfrichterstimmen. Nikolaj Ride hatte etwas Glück bei seinem ersten Kampf. Der Arzt brach den Kampf gegen Artur Cieciusa (Polen) nach der ersten Runde wegen einer Verletzung des Polen ab. Robert Knödlseder konnte seinen Kampf gegen Belguith Malek (Schweiz) souverän mit 19:13 gewinnen. Ebenso wie Sandra erging es auch Nicole Blab. Nicole führte kurz vor Ende des Kampfes gegen Maria Bourdala aus Griechenland ehe sie die Treffer zur 18:19 Niederlage hinnehmen musste. Ebenfalls ausgeschieden ist im Vollkontakt trotz gutem Kampf Serdar Kaplan. Er unterlag dem Ungarn Gabor Gorbics mit 0:3 Kampfrichterstimmen. Auch für Faton Rexhaj war das Turnier nach der ersten Runde bereits zu Ende. Auch er gab alles, konnte aber die 12:14 Niederlage gegen Emanuil Dimitrov (Bulgarien) nicht abwenden. Mit einem  10:8 Erfolg konnte Christian Welker in die nächste Runde einziehen. Er besiegte mit dem Schweizer Christian Boujibar einen der Mitfavoriten auf den Titel. Auch Daniel Händel kam mit der Doppelbelastung als Coach und Kämpfer im ersten Kampf gut zurecht. Er siegte in seinem Kampf gegen den Russen Ivan Bebik mit 26:18 Treffern. Robert Knödlseder konnte auch seinen zweiten Kampf gegen Robert Sczezesnewsko (Polen) 16:10 gewinnen. Damit sicherte sich Robert die Bronzemedaille. Danach folgten mit den Niederlagen von Ftac Arben gegen Santon Keorin aus Belgien (9:18) und Nik Bachinger gegen den starken Ungarn  Szolt Nagy zwei schlechte Nachrichten. Beide mussten sich nach guten Kämpfen geschlagen geben. Ebenso erging es Christian Lohmann. Er verlor seinen Kampf gegen Gaulis Dimitri (Schweiz) leider nach Punkten. Nach gutem Beginn kam Christian plötzlich nicht mehr mit dem Gegner zurecht und musste so die Niederlage hinnehmen. Dimitri Hait kam eine Runde weiter. Er siegte nach drei Runden in denen er seinen Gegner Antic ( Serbien) klar beherrschte mit 3:0 Kampfrichterstimmen. Lukasz Makarewicz  konnte im Anschluss seinen Kampf gegen den Österreicher Patrick Gerdenitsch klar mit 3:0 Kampfrichterstimmen gewinnen. Yamille Castillo Preuß verlor dagegen ihren Kampf gegen Plamena Dinova aus Bulgarien knapp mit 1:2 Kampfrichterstimmen. Es folgte die Eröffnungsfeier. Danach siegte im Viertelfinale Daniel Händel gegen den an Nummer eins gesetzten Türken Ozcan Cakmakc nach einem spannenden Kampf mit 15:13 Treffern und steht im Halbfinale. Daniel Händel hat die Bronzemedaille sicher. Und auch Sabine Seifert konnte ihren ersten Kampf gewinnen. Sie besiegte nach einem tollen und hart geführten Kampf die Türkin Seda Duyan Aygun mit 3:0 Punktrichterstimmen. In der zweiten Runde musste die Türkin nach einem harten Treffer zu Boden und angezählt werden. Dies war die Wende im Kampf. Damit hatte Deutschland zwei Medaillen schon sicher.


Donnerstag 2. Wettkampftag

Am zweiten Tag fanden am Morgen die Formenwettkämpfe mit Waffen statt. Im Formenwettbewerb war an diesem Tag nur Judith Weck auf der Matte. Sie erreichte in der Waffenkategorie den 5. Platz. Ein kleiner Patzer kostete ihr Rang vier. Dennoch eine tolle Leistung. Die Kämpfe im Semi- und Vollkontakt begannen im Anschluss um 11.00 Uhr (10.00 Deutscher Zeit). Alle die am zweiten Tag an der Reihe waren  hatten die Chance sich mit einem Sieg eine Medaille zu erkämpfen. Da gab es gleich zu Beginn zwei weitere Medaillen für Deutschland. Adriane Doppler und Johannes Wolf konnten sich mit ihren Siegen ebenfalls bereits die Bronzemedaille sichern. Adriane gewann ihren Kampf gegen Amalia Koleva (Bulgarien) bereits in der zweiten Runde mit 13:3 Treffern durch technisches ko. Johannes Wolf tat sich gegen Roman Oanasiuk (Ukraine) schwer und erst eine Steigerung in der dritten Runde brachte den Sieg. Es folgten zwei weiter Medaillen für unser Team. Christian Welker konnte sich gegen Steve de Block knapp mit 13:12 Treffern durchsetzen und das obwohl er schon mit 1:7 im Rückstand lag. In der dritten Runde drehte er den Kampf noch zu seinen Gunsten. Auch Julia Irmen kam ins Halbfinale und sicherte sich eine Medaille. Sie besiegte in ihrem Kampf Nicole Trimmel (Österreich) deutlich mit 3:0 Kampfrichterstimmen. Pech hatte Nikolaj Ride gegen Pzodan Torchev (Bulgarien). Er verlor nach Punkten. Es ist leicht von Fehlurteilen zu sprechen und wer mich kennt, weiß dass ich Niederlagen unserer Sportler auch wenn sie knapp ausfallen akzeptieren kann. Doch in diesem Kampf  war Nikolaj der klar bessere Mann. So war für mich das Urteil mehr als unverständlich. Aber vermutlich war es für das Fernsehen wieder einmal wichtig einen Bulgaren im Finale zu haben. Auch Nadia Fritsche schaffte es leider nicht. Obwohl sie der Russin Irena Gavrelova einen super Kampf lieferte und beide Kämpferinnen Treffer austeilten und einsteckten reichte es am Ende nicht ganz. Nadia verlor knapp nach Punkten, konnte mit ihrer gezeigten Leistung aber sehr zufrieden sein. Mit Dimitri Hait und Lukasz Makarewicz hatten zwei weitere Sportler die Chance eine Medaille für Deutschland zu holen. Und Sabine Seifert, Robert Knödlseder und Daniel Händel konnten aus ihrer Bronzemedaille eine silberne machen. Robert Knödlseder schaffte dies auch mit einem Sieg gegen Svonko Gribl: Er gewann in der Verlängerung mit zwei Treffern unterschied und stand somit im Finale.

Bronze für Daniel Händel

Eine Bronzemedaille gab’s im letzten großen Internationalen Turnier seiner Laufbahn für Daniel Händel. Er unterlag Lee Matthews aus England und belegte somit den dritten Platz. Noch einmal ein gutes Resultat angesichts der starken Gegner. Auch mit seinem Einstand als Bundestrainer konnte er ganz zufrieden sein. Immerhin hatte das Semikontaktteam bis dahin eine Bronze und eine Silbermedaille sicher und drei Kämpfer hatten noch die Chance aus Bronze Silber oder gold zu machen. Mit dem undankbaren fünften Platz musste sich Dimitri Hait zufrieden geben. Er unterlag dem Bärenstarken Norweger Christian Kutningen der am Ende auch Europameister wurde, nach einem von beiden Seiten hart geführten Kampf in dem sich die Kämpfer nichts schenkten, nach Punkten. Im Anschluss unterlag Lukasz Makarewicz dem Griechen Veniamin Davidis nach einem ebenfalls hart geführten Gefecht mit 1:2 Punktrichterstimmen.

Bronze für Adriane Doppler und Christian Welker

Adriane unterlag der Slowenin Ana Znaor knapp mit 14:16 Treffern und sicherte sich damit ebenfalls den dritten Platz und die Bronzemedaille. Ebenso wie Christian Welker. Er verlos gegen Lasold Bombos (Ungarn) nach gutem Start ebenfalls nach Punkten und musste somit ebenfalls mit der Bronzemedaille zufrieden sein. Damit sah das Ergebnis bis zu diesem Zeitpunkt folgendermaßen aus. Im Semikontakt von neun deutschen Teilnehmern drei Bronze Medaillen und eine Silbermedaille welche  noch zu Gold werden konnte. Im Vollkontakt hatten von elf Teilnehmern bisher drei eine Bronzemedaille sicher. Diese konnten noch zu Silber oder Gold werden. An diesen Tag kämpften noch Sabine Seifert und Johannes Wolf um den Einzug ins Finale. Am dritten Tag dann Julia Irmen um die Bronzemedaille. Im Vollkontakt im Vergleich zum letzten Jahr in dem keine Medaille erkämpft wurde eine deutliche Steigerung.

Bronzemedaille für Sabine Seifert

Sabine verlor leider nach gutem Kampf mit 1:2 gegen die boxerisch bessere und spätere Europameisterin Nadiya Khayeno aus der Ukraine. Sabine zeigte trotz der Niederlage bei ihrem ersten internationalen Auftritt im Vollkontakt eine gute Leistung und konnte mit der Bronzemedaille angesichts der starken Gegnerinnen auch zufrieden sein.

Bronze auch für Johannes Wolf

Auch Johannes sicherte sich die Bronzemedaille. Gegen den Polen gab Johannes alle, doch eine gebrochene Rippe gleich zu Beginn des Kampfes behinderten ihn doch in seinen Aktionen. So siegte der Pole mit 0:3 Kampfrichterstimmen und für Johannes gab es am Ende die Bronzemedaille. So hatte vom Vollkontaktteam am letzten Tag noch Julia Irmen die Chance aus Bronze Silber oder Gold zu machen.


Freitag 3. Wettkampftag.

Silbermedaille für Robert Knödlseder

Robert Knödlseder erkämpfte sich bei der Europameisterschaft in Varna die Silbermedaille. Er verlor gegen den Ungarn Kristian Jaroszkievicz das Finale knapp nach Punkten. Robert gab im Kampf drei Runden lang alles, doch die Kampfrichter sahen viele seiner Kicks einfach nicht und wertenden meist nur die Handtechniken des Ungarn. Trotzdem kann das Semikontaktteam mit den drei Bronzemedaillen von Adriane Doppler, Christian Welker und Daniel Händel, sowie der silbernen von Robert Knödlseder mit dem Abschneiden sehr zufrieden sein.

Im Vollkontakt zog Julia Irmen mit einem spektakulären ko Sieg nach nur ca. 30 Sekunden ins Finale ein. Ein gedrehter Sidekick zum Körper brachte die frühe Entscheidung für die Deutsche Kämpferin. Damit stand Julia im Finale und kämpfte am letzten Tag um die Goldmedaille. Weiterhin waren noch die Formenläufer am letzten Tag am Start und konnten ebenfalls noch für Medaillen sorgen.


Samstag letzter Wettkampftag.

Silbermedaille für Julia Irmen

Julia Irmen unterlag im Finale gegen die Polin knapp nach Punkten und sicherte sich die Silbermedaille. Julia kam mit dem Stil der Polin, welche laufend klammerte und den Kampf so unterbinden konnte nicht so zurecht. So musste sie sich mit der Silbermedaille zufrieden geben.

Bronzemedaille für das Team

Beim Teamfight erkämpfte sich das deutsche Team mit Christian Welker, Robert Knödlseder, Ftac Arben, Faton Rexhaj, Adriane Doppler und Nicole Blab die Bronzemedaille. Den ersten Platz sicherte sich Ungarn welche die Italiener im Finale besiegen konnten. Mit Deutschland auf Platz drei kamen die Engländer. Deutschland besiegte im Viertelfinale das Team aus Russland und hat mit dem dritten Platz beweisen, dass wir zu den vier Besten Teams in Europa zählen. Und das obwohl so starke Kämpfer wie Harald Schmidt oder z.B. Tonbias Weiss nicht dabei waren. Die im Teamkampf eingesetzten Sportler enttäuschten jedoch nicht und zeigten eine tolle Leistung.

Bei den Formenläufern erreichte Homayun Bayani den vierten Platz. Auf Platz fünf kam Judith Weck und den siebten Platz belegte bei ihrem ersten Internationalen Auftritt Sarah Weber. Auch die Forenläufer zeigten gute Leistungen und dürfen in der Zukunft auf eine Medaille hoffen.

Insgesamt kann die Europameisterschaft als ein gutes Turnier gesehen werden. Eine Silber und  drei Bronzemedaillen im Semikontakt, eine Silber und zwei  Bronzemedaillen im Vollkontakt sowie die Bronzemedaille im Teamfight waren ein durchaus gutes Ergebnis. Fehlt für die Zukunft nur noch eine Medaille bei den Formenläufern. Der Teamgeist war hervorragend. So unterstützten die Vollkontaktkämpfer auch die Semikontaktsportler bei ihren Kämpfen und umgekehrt. Dies galt auch für die Formenläufer.

Ein großes Lob auch an die Kampfrichter Kathrin Soßna und Rainer Giel, welche wieder zu den besten des Turniers gehörten.

Das Deutsche Team bei der Europameisterschaft.

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Text/Fotos: Werner Sossna

Kickboxen auf höchsten Niveau in Biedenkopf

WAKO-Deutschland lud zum Georg F. Brückner Gedenkpokal

Am 11. Oktober 2008 lud die WAKO-Deutschland zum Georg F. Brückner Gedenkpokal. Ausrichter war der Budo-Club-Biedenkopf aus Hessen, der mit den Organisatoren der WAKO-Deutschland für einen reibungslosen Turnierablauf sorgte. 340 Sportler in den Disziplinen Musikformen, Semi-, Leicht- und Vollkontakt waren nach Biedenkopf gekommen um sich in ihren Gewichtsklassen zu messen.  Das dritte Bundesturnier der Saison gilt als Qualifizierungsturnier für die Weltmeisterschaft 2009. Nur die nominierten Kadersportler aus dem Vollkontakt haben in diesem Jahr geschlossen auf einen Start verzichtet, um die Teilnahme an den Europameisterschaften (20. – 27. Oktober 2008 in Varna/Bulgarien) aus Verletzungsgefahr nicht zu gefährden.

In allen Disziplinen wurde hart um den Titel des Deutschlandpokalsiegers gekämpft. Ein großes Highlight konnten die Zuschauer bereits zu Beginn des Wettkampfes bewundern. Im Vollkontakt +91kg standen sich Welt- und Europameister im Leichtkontakt Giovanni Nurchi und Profi-Weltmeister im Vollkontakt Alexander Melcher gegenüber. Beide begegneten sich mit Respekt, doch schnell stellte sich heraus, wer den Kampf für sich entscheiden würde. Alexander Melcher demonstrierte immer wieder seine Überlegenheit und setzte Nurchi mächtig zu. Dieser konnte sich zwar mit eleganten Aktionen zu Wehr setzen, den Sieg von Melcher allerdings nie gefährden. Auch die Kampfrichter waren davon überzeugt und werteten den Kampf klar für Alexander Melcher. Ebenso überlegen war Klemens Ruder aus Bayern in der Klasse VK -71kg. Hier konnte Ruder alle Gegner besiegen und souverän den Titel des Deutschlandpokalsiegers erkämpfen. Ruder musste an diesem Tag lediglich im Leichtkontakt, das Finale der Klasse  -69kg verloren geben. Bei den Damen waren es zwei bekannte Leichtkontaktkämpferinnen, die den Titel für sich entscheiden konnten. Stefanie Kemper (VK -60kg) und Jessica Heimann (VK -56kg) besiegten jeweils ihre Gegnerinnen in den jeweiligen Gewichtsklassen. Beide sicherten sich zudem den Titel in ihren Gewichtsklassen im Leichtkontakt. Heimann konnte das Finale in der LK -55kg gegen Rebecca Brendl gewinnen und Kemper siegte bei den Damen LK -65kg gegen Melanie Pflüger.

Christian Pohl (LK -79kg) und Fabian Fingerhut (LK -89kg) rechtfertigten ebenfalls mit herausragenden Leistungen ihre Nominierungen für die Leichtkontakt Europameisterschaften. Beide zeigten sehr überzeugende Vor- und Finalkämpfe und deuteten damit Medaillenchancen auf internationaler Ebene an. Schwieriger hatte es dagegen Victor Hait in der Klasse LK -74kg. Trotz guter Leistungen scheiterte er im Finale an einem gut aufgelegten Sascha Schuchardt aus Köln.

Im Semikontakt konnte Favorit und Neu-Bundestrainer Daniel Händel in der Gewichtsklasse +94kg sein ganzes Können zeigen. Souverän besiegte er alle Gegner und sicherte sich den Titel zum Deutschlandpokalsieger. Auch mit Robert Knödlseder (SK -84kg) und Carolin Pitzke (SK -60kg) demonstrierten zwei Favoriten aus Bayern ihre Klasse und verwiesen ihre Gegner/Innen auf die Plätze. In der Klasse -89kg sorgten zwei Akteure der WAKO Hessen für Aufsehen. Im Finale schlug Frank Stretz den Routinier Andreas Riem in einem packenden Kampf und wurde Gewinner in seiner Klasse.

In den Musikformen konnte Elfi Tausendfreund zweimal ganz oben auf das Treppchen steigen. In den Disziplinen Hardstyle und Hardstyle mit Waffen überzeigte sie die Kampfrichter. Bei den Herren war es erneut Michael Möller, der in diesen beiden Disziplinen  die Gegner auf die Plätze verwies.

Neben den guten Leistungen der Sportler muss auch das Engagement der Kampfrichter, die über einen langen Tag ihr bestes gegeben haben, hervorgehoben werden. Um 19.00 Uhr fand ein gut organisiertes Turnier der WAKO Deutschland dann sein verdientes Ende.

Text: Martin Albers

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