16. WAKO Weltmeisterschaft Semi- und Vollkontakt sowie Musikformen in Coimbra / Portugal

Dienstag 27.11.2007

Das Deutsche Team ist Müde aber gut in Coimbra angekommen. Beim Wiegen gab es keine Probleme, so dass alle beruhigt ihre Zimmer beziehen konnten. Am Mittwoch hatte das Team noch frei. Es finden nur die Auslosung und die Kampfrichterseminare statt. Am Donnerstag beginnen dann die Wettkämpfe. Bei der WM waren 43 Nationen mit 609 Startern anwesend. Im Semikontakt betrug die Starterzahl 205, im Vollkontakt 253 und der Rest verteilt sich auf Musikformen und Aerokickboxen. 12 Teams hatten sich für den Teamkämpfe angemeldet.

Donnerstag 29.11.2007

Am Donnerstag ging es dann um 10.15 Uhr in der Klasse  -71 kg mit Klemens Ruder gegen Sanjin Pol Vrgoc (Kroatien) los. In einem guten Kampf in dem Klemens dieses Mal auch seine Füße einsetzte, konnte sich keiner der Beiden Kämpfer in den ersten beiden Runden einen Vorsprung erkämpfen. Nach einer starken dritten Runde in der Klemens noch einmal alles gab siegte er verdient mit 3:0 Kampfrichterstimmen und zog in die nächste Runde ein.

-69 kg Christian Welker  gegen Petar Zivkov (Bulgarien). Ohne Probleme zog Christian in die nächste Runde ein. Er besiegte seinen Gegner aus Bulgarien mit 19:9 Treffern souverän  durch technisches ko. Sein Gegner kam mit der Schnelligkeit der Angriffe von Christian nicht zurecht und musste 20 Sekunden vor Ende der Kampfzeit den entscheidenden Treffer hinnehmen.

-67 kg Nik Bachinger gegen Stepan Avramidi (Kazachstan). Leider hat es den ersten Deutschen erwischt. Nik hatte gegen den starken Kasachen einen schweren Stand. Dieser deckte den Deutschen mit schweren Treffern ein und bewies schon zu Beginn des Turniers die Vormachtstellung der Russischen Länder. Nik hielt bis zum Schluss dagegen, verlor aber am Ende mit 0:3 Punktrichterstimmen und schied aus.

-79 kg Tobias Weiss gegen Eric Dubois (Canada). Tobias hat die erste Hürde genommen. Mit 10:4 besiegte er den Kanadier klar nach Punkten. Ihm standen jedoch noch schwere Aufgaben bevor. Er hatte in seiner Klasse beim Auslosen kein Glück und einen Hammerpool bekommen in dem alle starken Kämpfer vertreten waren, während im anderen Pool viele schwächere Kämpfer standen. Schon der nächste Gegner war wohl einer der schwersten. Er traf auf den Ungarn Szolt Morati.

-55 kg Natalia Hein gegen Eirin Dale (Norwegen). Überhaupt nicht in den Kampf fand Natalia gegen die Norwegerin. Diese punktete immer wieder mit der Faust und der Fuß von Natalia kam nicht wie gewohnt. So verlor Natalia am Ende nach Punkten den Kampf.

-94 kg Michael Steier gegen Christopher Rappold (USA). Nur zu Beginn konnte der US Amerikaner mithalten. Dann legte Michael los, steigerte sich von Treffer zu Treffer  und baute seinen Punktevorsprung kontinuierlich aus. Zum Ende der zweiten Runde machte Michael den Treffer zum 15:5 und siegte somit durch technisches ko.

-74 kg Ftac Arben gegen (Ugur Gueven (Türkei). Es lief ganz gut für unser Team. Zwischen Ftac Arben und seinem Gegner entwickelte sich ein spannender Kampf in dem sich keiner einen Vorsprung erkämpfen konnte. Nach zwei Runden stand es 9:9 unentschieden. In der dritten Runde konnte sich Arben mit einem Punkt absetzen. Der Türke versuchte nun alles und lief immer wieder in die Konter des Deutschen. Am Ende siegte Arben mit 14:10 Treffern und stand in der nächsten Runde.

-65 kg Nadia Fritsche Nicole Trimmel (Österreich). Beim Vollkontaktteam lief es nicht so gut. Mit Nadia Fritsche ist bereits die zweite Teilnehmerin ausgeschieden. Nadia konnte die erste Runde für sich entscheiden. Die Gegnerin die zweite. Die dritten Runde war lange Zeit ausgeglichen. Dann hatte die Österreicherin jedoch mehr zuzusetzen und siegte am Ende knapp.

-84 kg Robert Knödlseder gegen Christophe Leuba (Schweiz). Zu Beginn war der Kampf noch ausgeglichen. Doch dann zog Robert davon. Auch er verstand es seinen Punktevorsprung auszubauen. Zu Beginn der dritten Runde siegte Robert durch technisches ko mit 17:7 Treffern.

-65 kg Melanie Moder gegen Krystyna Szytenchelm (Polen). Auch Melanie tat sich wie einige andere zu Beginn schwer. Als sie ihre Betriebstemperatur erreicht hatte baute auch sie ihren Vorsprung aus. Ihre Gegnerin hielt jedoch dagegen und konnte immer wieder verkürzen. Am Ende siegte Melli jedoch mit 16:4 durch und kam ins Viertelfinale.

-71 kg Klemens Ruder gegen Svetoslav Maleshko ( Bulgarien). Der Bulgare verlangte Klemens alles ab. Auch dieser Kampf war wie viele andere knapp. Am Ende setzte sich Klemens der über mehr Kondition verfügte mit 3:0 Richterstimmen durch. Der Bulgare hatte dabei noch Glück, denn noch eine Minute länger und er wäre vermutlich k.o. gegangen.

-91 kg Lukas Makarewizc gegen Serek Karakas (Türkei): Auch im Vollkontaktkader ging es nun aufwärts. Lukas zeigte eine gute Leistung und kann sich sicher noch steigern. Er bestimmte gegen den Türken den Kampf ohne sich jedoch Punktemäßig klar abzusetzen. Doch durch seine Willenskraft legte er zum Ende des Kampfes noch einmal zu und siegte verdient mit 3:0 Richterstimmen.

+91 kg Michael Diener gegen Alexey Tokarev (Russland). Michael hatte es gegen den Russen schwer. Die erste Runde ging klar an den Russen. In der zweiten Runde kam Michael besser in den Kampf und konnte diese sogar knapp für sich entscheiden. Die letzte Runde ging dann jedoch wieder deutlich an den Russen, so dass die Niederlage mit 0: 3 Punktrichterstimmen nicht unerwartet kam.

-69 kg Christian Welker gegen Marek Svitec  (Tschechei). Der Kampf stand lange Zeit auf des Messers Schneide. Der Tscheche lag bis kurz vor Ende des Kampfes mit einem Treffer vorne. Sekunden vor Schluss konnte Christian ausgleichen. In der Verlängerung landete zuerst keiner einen Treffer. Kurz vor dem Ende der Verlängerung gelang dem Tschechen  der Treffer zum 14:15 Sieg.

Damit ging der erste Tag zu Ende. Ich denke dass unser Team bisher doch ein ganz gutes Ergebnis erreicht hatte. Sicher hatten nicht alle gewonnen, aber das war bei der Klasse der hier anwesenden Kämpfer auch nicht zu erwarten.


Freitag 30.11.2007

Der Freitag begann gleich mit einer Niederlage. Um 10.15 Uhr kämpfte Tobias Weiss gegen Szolt Moradi (Ungarn). In einem spannenden Kampf setzte sich der Ungar am Ende mit 9:7 Punkten durch.

Klemens Ruder gegen Dmytskov (Ukraine). Ein weiterer Deutscher ist ausgeschieden. Klemens konnte zum Kampf nicht antreten, weil sein rechtes Auge total zu geschwollen ist. Er hat im Kampf gestern harte Treffer einstecken müssen. Da er auf einem Auge gar nichts sehen kann, hat man sich aus gesundheitlichen Gründen dazu entschlossen nicht mehr zu kämpfen, was auch ich als sinnvoll ansah.

Heike Rings gegen Kuebra Lokot (Türkei). Heike schlug sich gegen die starke Türkin sehr gut. Die erste Runde konnte Heike für sich entscheiden. Dann wurde die Türkin jedoch immer stärker und sammelte vor allem mit ihrer starken Führhand Punkt um Punkt und konnte  sich die Runden zwei und drei sichern was letztendlich den Sieg bedeutete.

Robert Knödlseder gegen Zoltan Dansco (Ungarn). Einen super Kampf machte Robert gegen den starken Ungarn. Nachdem er lange Zeit zurück lag konnte sich Robert nach einer starken Aufholjagd  die Führung erkämpfen welche er bis Ende des Kampfes nicht mehr hergab. Er siegte am Schluss mit 17:14 Treffern auch wenn die Ungarn bei jedem Treffer den Robert zugesprochen kam lautstark protestierten. Man sollte sportlich fair sein und auch verlieren können, was bei diesem Turnier bei einigen nicht immer der Fall war.

Joachim Weißhardt gegen Taskin Kahveci (Türkei). Leider schon wieder eine schlechte Nachricht. Joachim ist in der Verlängerung ausgeschieden. Nachdem Joachim lange Zeit zurücklag, gelang ihm mit einer Energieleistung und einer tollen Aufholjagd kurz vor Ende der dritten Runde der Treffer zum Ausgleich und der Kampf ging in die Verlängerung. Auch hier ging es bis zum Schluss spannend zu. Dann ging der Türke in Führung und konnte diese die letzten Sekunden über die Zeit retten. Joachim verlor am Ende mit 20:21 Treffern nur knapp mit einem Punkt.

Carolin Pitzke gegen Emilia Szablowska (Polen). Es scheint ein schwarzer Tag für unser Team zu werden. Nachdem auch Carolin den Kampf lange Zeit ausgeglichen gestalten konnte musste sie sich am Ende doch mit 10:13 Treffern geschlagen geben. Der Kampf stand lange auf des Messers schneide denn keine der Kämpferinnen konnte einen Punktevorsprung heraus kämpfen. Als die Polin kurz vor Schluss mit einem Punkt in Führung ging, musste Carolin alles riskieren und lief mit der Schlusssirene in einen Kopftreffer. Schade denn auch bei ihr wäre wie bei einigen anderen auch mit etwas mehr Glück ein weiterkommen möglich gewesen.

Michael Steier gegen Michal Decain (Schweiz). Das Pech nimmt kein Ende. Konnte Michael den Kampf zu Beginn noch ausgeglichen gestalten musste er am Ende die Cleverness des Schweizers anerkennen, der einen Punkt nach dem anderen machte und am Ende als Sieger die Kampffläche verließ.

Melanie Moder gegen Patrizia Berlingieri (Schweiz). Einen spannenden Kampf der auch von der Taktik geprägt war bekamen die Zuschauer zu sehen. Dieser Kampf war drei Runden lang ausgeglichen. Mal führte Melli mit einem Punkt mal die Schweizerin. Nach drei Runden stand es 12:12 unentschieden. Melanie konnte sich zu Beginn der Verlängerung mit zwei Punkten absetzen. Am Schluss musste die Schweizerin, der die Zeit davonlief kommen und Melanie siegte mit 17:13 Treffern. Endlich wieder einmal ein Erfolgserlebnis für das Deutsche Team. Ob dies nun die Wende war?

Arben Ftac gegen Nikos Memmos (Griechenland). Leider war es nicht die Wende zum guten. Es ging weiter wie es begann. Die Deutschen kämpften gut, doch das Quäntchen Glück fehlte. Arben lag zu Beginn vorne und lieferte dem starken Griechen einen tollen Kampf. Am Ende unterlag Arben jedoch mit 15:20 Treffern.

Daniel Händel gegen Lee Matthews (England). Auch Daniel fehlte das Glück. Obwohl auch er gut vorbereitet war und sich auch gut fühlte geriet er schnell in Rückstand. Diesen konnte er immer wieder verringern ohne jedoch auszugleichen. Mit einem tollen Schlussspurt kam Daniel noch einmal heran. Doch am Ende reichte es auch für ihn nicht. Er verlor wie schon andere Deutsche vor ihm denkbar knapp mit 1 Treffer unterschied mit 20:21 Punkten.

Adriane Doppler gegen Connie Sue Brazelton (USA). Zumindest bei den Frauen lief es nun einigermaßen gut. Adriane setzte die Amerikanerin ständig unter Druck und hatte schnell einen Punktevorsprung herausgekämpft. Diesen baute sie bis zum Schluss weiter aus und gewann mit 19:9 Treffern durch technisches ko.

Lukas Makarewizc gegen Roman Beskishkov (Russland) Auch im Vollkontakt ging die Niederlagenserie weiter. Lukas zeigte Kämpferherz gegen den super starken Russen. Obwohl mehrmals angeschlagen biss er sich durch und fightete bis zum Ende mit. Am Schluss siegte der Russe dann jedoch erwartungsgemäß nach Punkten. Die Russen zeigen sich im Vollkontakt wieder einmal als übermächtige Nation.

Robert Knödlseder gegen Jasoh Grenier (Kanada) Mit Robert ist unsere letzte WM – Hoffnung bei den Männern ausgeschieden. Er unterlag dem Kanadier mit 10:16 Treffer. Wieder das gleiche Bild wie schon den ganzen Tag. Gut gekämpft, jedoch kein Glück gehabt und leider aus dem Turnier ausgeschieden. Zumindest hatte er eine Medaille erkämpft. Nun lag es bei den Frauen noch den einen oder anderen Titel zu holen.

Melanie Moder gegen Lorrainie Hughes (USA) Nach so vielen negativen  Nachrichten zwischendurch endlich mal wieder was positives. Melanie Moder kämpfte sich ins Finale. Sie besiegte die US Amerikanerin klar nach Punkten mit technischem ko. Beim Stand von 12:2 war der Kampf beendet und Melli im Finale.

Natalie John  gegen Olga Slavinskaya (Russland). Leider hatte ich den Kampf nicht gesehen da ich beim Kampf von Melanie Moder war. Man hat mich aber darüber Informiert, dass Natali John ihren Kampf verloren hat.

Sabine Schnell gegen Zita Zagyko (Ungarn) Mit der Niederlage von Sabine schwand auch die letzte Medaillenhoffnung des Vollkontaktteams. Nach doch ganz guten Ergebnissen in den letzten Jahren geht der VK Kader in diesem Jahr einmal leer aus.

Adriane Doppler gegen Ana Znaor Kroatien. Zum Schluss doch noch einmal eine erfreulich Meldung. Mit Adriane Doppler hatte Deutschland zwei Frauen im Finale. Adriane setzte sich gegen die Kroatin mit 18:15 Punkten durch und stand damit ebenfalls im Finale. Sie war der letzte Teilnehmer des deutschen Teams der eine Chance für den Finaleinzug hatte.

Zum Ende des Tages blieb eine negative Bilanz bei den Herren. Im Semikontakt nur eine Bronzemedaille durch Robert Knödlseder. Im Vollkontakt gar keine Medaille. Positiv dafür jedoch zwei Finalteilnehmerinnen bei den Damen im Semikontakt. Leider keine Medaille bei den VK Frauen.


Samstag 01.12.2007

Am Samstag standen die Musikformen sowie der erste Teil der Finale auf dem Programm. Auch unsere beiden Finalteilnehmerinnen waren auf der Matte.

Zuerst starteten die Herren im Hardstyle. Der Deutsche Vertreter Michael Möller belegte dabei den 8. Platz. Seine Form war sehr gut doch ein Sturz am Ende kostete ihn eine Medaille. Obwohl die  Amerikaner schon ziemlich früh an den Start mussten, da sie lauter neue Leute dabei hatten zeigten diese eine tolle Vorstellung. Sie belegten Platz eins und zwei vor dem Russen.

Es folgte die Kategorie Hardstyle Frauen mit Judith Weck. Judith hat sich gegenüber dem letzten Jahr gesteigert und zeigte eine Fehlerfreie Form. Bei 15 Teilnehmerinnen belegte sie einen guten 9. Platz.  Platz eins belegte England, den zweiten Platz Russland und auf Rang drei kam ebenfalls Russland.

Bei den Frauen im Softstyle mit Helena Welz zeigte die Deutsche Teilnehmerin bei ihrem ersten Internationalen Turnier eine gute Leistung. Im Internationalen Vergleich muss sie jedoch noch dazulernen um ganz vorne dabei zu sein. Sie belegte von neun Teilnehmerinnen den letzten Platz hat aber das Zeug dazu in den nächsten Jahren weiter vorne dabei zu sein. Erste wurde die Läuferin aus Weißrussland, zweiter und dritter wurde Russland.

Als letzte Kategorie kam an diesem Tag noch Softstyle Herren mit Michel Möller und Humayan Bayani. Der erste Deutsche Starter Humayan zeigte eine tolle Form und wurde leider von den Kampfrichtern unterbewertet, so dass es am Ende bei neun Startern nur zum 5. Platz reichte. Für mich persönlich und auch die Zuschauer in der Halle wäre er weiter vorne gelandet. Leider hatte International er noch keinen Namen, was bei den Kampfrichtern auch eine Rolle spielt. In Zukunft wird er sicher weiter vorne landen.

Michael Möller knüpfte an seine Form der letzten WM an und zeigte eine Fehlerlose Form. Am Ende landete Michael auf dem zweiten Platz. Platz eins belegte Russland ebenso wie Platz drei. Am Sonntag fanden die Formen mit den Waffen statt.


F I N A L K Ä M P F E

M E L A N I E   ist  W E L T M E I S T E R I N ! ! ! ! !

– 65 kg Melanie Moder gegen Chiara Leonardi (Italien). In einem spannenden Kampf setzte sich Melanie mit einer klasse Leistung gegen die Italienerin mit 12:7 Treffern durch und sicherte sich den WM Titel. Melanie verlor nie die Nerven, blieb drei Runden lang ruhig und wartete auf ihre Chancen, welche sie dann Eiskalt ausnutzte. Als die Italienerin zum Ende des Kampfes kommen musste, konnte Melli mit zwei Kopftreffern den Sieg klarmachen. Somit doch noch ein Titel für das deutsche Team.

A D R I A N E   wird  V I Z E – W E L T M E I S T E R I N ! ! ! ! !

– 70 Kg Adriane Doppler gegen Zsofia Minda (Ungarn). Adriane hat es leider nicht geschafft. Trotz gutem Kampf reichte es für Adriane nicht ganz. Sie begann zu hektisch und nervös und geriet so in Rückstand. In der zweiten Runde wurde es etwas besser. Dennoch konnte auch die Ungarin immer wieder punkten. In der dritten Runde lag Adriane weit zurück und kam nun endlich in den Kampf. Sie holte Punkt um Punkt auf und es wurde noch einmal spannend. Am Ende reichte es nicht mehr  und Adriane verlor mit 16:20 Treffern. Dennoch war der Gewinn des Vizeweltmeistertitels ein toller Erfolg.

Fazit: Im Semikontakt ein Titel, ein zweiter und ein dritter Platz ist kein schlechtes Resultat, auch wenn man im Deutschen Lager mit mehr gerechnet hatte. Keine Medaille im Vollkontakt ist kein gutes Ergebnis. Es ist das erste Mal in den dreißig Jahren der WAKO, dass das deutsche Vollkontaktteam nicht eine Medaille holte. Aber einmal ist ja bekanntlich immer das erste Mal. Bleibt zu hoffen, dass dies auch das einzige Mal so ist.


Sonntag 02.12.2007

Sonntag stand der zweite Teil der Formen auf dem Programm, ebenso der Rest der Finalkämpe und die Teamfights.

Bei den Musikformen konnte Judith Weck im Hardstyle Waffen bei 13 Teilnehmerinnen den 9. Platz ereichen. Sie zeigte eine gute Schwertform ohne Fehler und wird von Jahr zu Jahr besser. Wenn sie weiterhin dabei bleibt ist noch einiges von ihr zu erwarten. Die Plätze eins und zwei belegte Weißrussland und den dritten Platz Russland.

Michael Möller zeigte eine super Vorstellung. Die Wertung für ihn war eindeutig zu niedrig. Er hatte auch das Pech, das vor der Bekanntgabe seiner Wertung gleich der superstarke US Amerikaner seine Form absolvierte und die Kampfrichter Michael deshalb vermutlich niedriger bewerteten. Schade für Michael denn die Form war echt superklasse. Platz eins und zwei belegte Russland Platz drei die USA. Michael wurde fünfter.

Helena Welz machte ihre Sache im Softstyle mit Waffen fürs erste Mal ganz gut. Da sie noch unbekannt ist bekam sie natürlich nicht die hohen Wertungen. Dennoch konnte sie mit ihrer Leistung zufrieden sein, auch wenn sie zwei kleine Fehler hatte, die sich natürlich in der Bewertung bemerkbar machten. Sie belegte den 8 Platz. Erste wurde die Läuferin aus Russland,  Platz zwei belegte Russland und Platz drei Weißrussland.

Auch im Softstyle mit Waffen zeigte Michael Möller eine super Vorstellung. Auch hier war die Wertung für ihn eindeutig zu niedrig. Er lief mit der selben Waffe gleich nach dem Russen, welcher deutlich schlechter war als Michael aber eine höhere Wertung erhielt. Schlicht weg eine Frechheit der Kampfrichter. Vor allem der russische Kampfrichter fiel jedes Mal aus der Reihe. Erster wurde Russland, zweiter Russland und dritter Michael Möller.

Fazit: Bei den Musikformen eine Silber und eine Bronzemedaille durch Michael Möller ist kein schlechtes Resultat, zumal zwei der vier teilnehmenden Formenläufer das erste Mal dabei waren. Schlimm die Leistung der Punktrichter die dieses Mal nur nach dem Namen und nicht nach der Leistung werteten. So war nach Meinung vieler Anwesenden Trainer und Sportler Michael im Softstyle eindeutig der Beste – belegte aber in der Wertung nur Platz drei. Noch krasser war es im Hardstyle Waffen. Hier belegte der US Amerikaner der eine Galavorstellung ab nicht einmal einen Medaillenplatz. Bleibt zu hoffen, das sich hier in Zukunft einiges ändert.

Teamkampf: In Runde zwei kämpfte unser Team gegen Slowenien. Deutschland gewann 22:10 und stand damit im Halbfinale. Hier die einzelnen Ergebnisse gegen Slowenien in der Reihenfolge der Kämpfe: Carolin gewinnt 8:1, Robert 6:4, Tobias 4:1 und Michael kämpfte 4:4. Damit stand das deutsche Team im Halbfinale gegen England. Hier unterliegt das Team den Engländern mit 7:20 Treffern und belegt den dritten Platz. War scheinbar nicht unsere WM. Die Ergebnisse der einzelnen Kämpfe gegen England:  Caroline verliert 1:3, Robert 3:5, Christian 2:11 und Tobias gewinnt knapp 5:4.

Resümee: Die WM ist beendet. Ein Weltmeistertitel, zwei Silber und drei Bronzemedaillen sind nicht schlecht, jedoch hatte man sich im Vorfeld mehr erwartet. Bedauerlich, dass im Vollkontakt nicht eine Medaille erkämpft wurde. Sicher hatten einige Kämpfer Pech und verloren nur mit einem Punkt. Was am Ende bleibt ist jedoch das Endergebnis. Erfreulich aus Deutscher Sicht wieder einmal die Kampfrichter. So wurden Antje Schorn und Kathrin Soßna als Kampfflächenleiter eingesetzt und auch Sven Kirsten gehörte wie die beiden Frauen zu den Besten Kampfrichtern des Turniers. Auf diesem Gebiet ist Deutschland immer noch eine der führenden Nationen.

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Text/Fotos: ws

Europameisterschaft der Jugend und Junioren in Portugal

Bei der Europameisterschaft der Junioren konnte sich das Deutsche Team drei Silber und drei Bronzemedaillen erkämpfen. Bei dem Turnier welches vom 06.-11.11.2007 in Faro / Portugal ausgetragen wurde waren 760 Kämpfer aus einundzwanzig Nationen am Start. Das Team flog mit vierzehn Sportlern, zwei Bundestrainern, Rainer Giel als Kampfrichter und einigen Eltern am Dienstag vom München aus nach Portugal. Dort angekommen gab es beim Wiegen keinerlei Probleme. Alle Sportler brachten das geforderte Gewicht auf die Waage. Am Abend trat Bundestrainer Rene Baaden die Heimreise an, da er aus persönlichen Gründen nicht mehr als Bundestrainer zur Verfügung stand.  So entschied das Präsidium, dass Vollkontakt Bundestrainer Werner Soßna am Mittwoch als Ersatz für Rene Baaden nach  Portugal reisen sollte um  mit  Juniorenbundestrainerin Bianka Jäger das deutsche Team bei diesen Europameisterschaften zu unterstützen. Dieser traf am Mittwochabend bei der Mannschaft ein.

Donnerstag 08.11.2007: Die Wettkämpfe beginnen. Der erste Tag begann mit einem Sieg für das deutsche Team. Paul Schewtscheko besiegte in der Klasse older cadets -57 kg im Achtelfinale seinen Gegner Luca Mattera aus Italien durch Abbruch durch den Ringarzt. Dieser hatte zu keiner Zeit eine echte Chance und musste in der zweiten Runde verletzungsbedingt den Kampf aufgeben. Somit zog Paul ins Viertelfinale ein. Hier traf er auf den Kroaten Bruno Serdarevic. Auch diesen Kampf konnte Paul durch Aufgabe seines Gegners vorzeitig  gewinnen und hatte somit schon einmal eine Medaille sicher.

Im nächsten Kampf lieferte Artur Reis im Viertelfinale dem Kroaten William Vicevic einen packenden Kampf. Am Ende hatte der Kroate die Nase knapp vorne und Artur verlor knapp nach Punkten.

Einen Klasse Kampf lieferte auch Eugen Kuschtan in der Klasse older cadets -57 kg. Obwohl einen Kopf kleiner als sein Gegner Peter Vallach aus Ungarn zeigte Eugen was in ihm steckt. Er ging immer wieder in den Nahkampf und sammelte so seine Punkte. Am Ende siegte Eugen deutlich und zog ins Halbfinale ein. Auch er hat damit eine Medaille sicher. Wenn er und Paul ihre Kämpfe dann beide gewinnen würden gäbe es ein rein Deutsches Finale.

Bei den Junioren in der Klasse – 63 kg konnte Dominik Dellermann an seine das Jahr über gezeigten Leistungen anknüpfen. Er besiegte im Achtelfinale Micael Antunes aus Portugal klar nach Punkten. Der Portugiese hatte ein keiner Phase des Kampfes eine Chance und lief immer wieder in die Kicks von Dominik. Dieser setzte einen Kopftreffer nach dem anderen und baute seinen Punktevorsprung kontinuierlich aus.

Ebenfalls eine super Vorstellung zeigte in der Klasse Junioren -69 kg Sascha Schuchardt. Er musste gegen den starken Iren Scott Whelan sein ganzes Können aufbieten um am Ende als Sieger die Matte zu verlassen. Er setzte die Vorgaben der Betreuer voll um und siegte am Ende deutlich und zog ins Viertelfinale ein.

Für Andrej Lasenko (Junioren -79 kg) war im Viertelfinale das Turnier zu Ende. Obwohl Andrej eine ganz starke Leistung bot, reichte es am Ende nicht zum weiterkommen. Sein Gegner Mitja Disic aus Slowenien erwies sich als Bärenstark und verlangte Andrej alles ab. Andrej gab drei Runden lang alles doch am Ende unterlag er knapp nach Punkten.

Als letzter im Leichtkontakt musste Florian Biebeler in der Klasse Junioren -74 kg auf die Matte. Er konnte im Viertelfinale mit einer Leistungssteigerung in der dritten Runde den schon verloren geglaubten Kampf noch herumreißen. Mit den Schlusssekunden machte er die Treffer welche ihn gegen Josef Reichmann aus Österreich den umjubelten Sieg brachten. Somit hat auch er sich eine Medaille gesichert.

Auch im Semikontakt begann das Turnier mit einem Erfolg. Rohjeen Deyar war in der Klasse Junioren -74 kg erfolgreich. Er konnte sich im Achtelfinale mit technischem k.o. gegen Krunsolav Jagaric aus Kroatien durchsetzen. Beim Stande von 11:1 in einem Kampf den der Deutsche  klar bestimmte brachen die Kampfrichter den Kampf ab.

Viel Pech hatte Denis Redöhl (Junioren -57 kg) in seinem Kampf gegen den Belgier Wietse Goisens. Der Kampf war immer knapp. Nach der zweiten Runde lag Denis vorne und man glaubte im deutschen Lager an einen Sieg. Doch dann konnte der Belgier ausgleichen. Auch in der ersten Verlängerung viel keine Entscheidung. Somit musste der Kampf in der zweiten Verlängerung mit dem ersten Treffer entscheiden werden. Immer wieder trafen beide Kämpfer gleichzeitig  und erhielten einen Punkt. Dann aber konnte der Belgier doch den ersten Treffer landen und somit Denis aus dem Turnier werfen.

Auch Bernd Galneder der in der Klasse – 63 kg am Start war hatte kein Glück. Er wirkte in seinem Kampf gegen den Russen Oleg Kostenko auch nicht so spritzig wie sonst. Dennoch konnte er den Punktevorsprung des Russen immer wieder verringern, wenn er sich an die Anweisungen aus seiner Ecke hielt. Doch immer wieder unterliefen ihm Fehler und so verlor er am Ende  mit 15:19 Treffern.

Dafür lief es bei Katharina Bierbass (older cadets -60 kg) etwas besser. Auch sie tat sich schwer in den Kampf zu kommen und lag am Anfang gegen Sinead Kerr aus Irland nach Punkten zurück. In der zweiten Runde konnte sie jedoch den Treffer um Ausgleich anbringen und kurz vor Schluss mit einem Kopftreffer in Führung gehen. Diese Führung lies sie sich auch bis zum Ende des Kampfes nicht mehr nehmen. Somit zog sie ins Halbfinale ein und hat sich schon einmal eine Medaille gesichert.

Damit ging der erste Tag für das Deutsche Team zufrieden stellend zu Ende.

Freitag 09.11.2007: Am Freitag begann der Tag so verheißungsvoll wie der Donnerstag geendet hatte. Eugen Kuschtan war als erster auf der Matte. Sein Gegner Timur Marzagaliev aus Russland verlangte Eugen alles ab. Der Russe lag bis kurz vor Schluss es Kampfes knapp nach Punkten in Führung. Mit einer Energieleistung  riss Eugen den Kampf Sekunden vor Schluss noch herum und zog so unter dem Jubel des Deutschen Lagers in das Finale ein.

Gleich nach ihm hatte Paul Schewtschenko ebenfall einen Russen als Gegner. Alexander Bulkin machte es Paul nicht leicht. Es entwickelte sich ein ausgeglichener Kampf in dem der Russe nach zwei Runden  knapp vorne lag. Paul kämpfte in der letzten Runde jedoch zu zögernd und konnte so den Russen nicht entscheidend treffen Er unterlag am Ende knapp und sicherte sich die Bronzemedaille.

Danach musste Dominik Dellermann auf die Kampffläche. Er traf er auf den starken Ungarn  Peter Takacs. Dieser erwies sich als unangenehmer Gegner. Als der Ungar nach Punkten knapp vorne lag entzog  er sich mit unfairen Mitteln, welche von den Kampfrichtern nicht unterbunden wurden dem Kampf. Der Ungar bewegte sich gut, doch immer wenn der Deutsche ihn gestellt hatte, verlies er die Kampffläche oder lies sich zu Boden fallen um so Dominik die Chance Punkte zu machen zu nehmen. Dieses wurde zum Bedauern der beiden Bundstrainer vom Hauptkampfrichter nicht geahndet. Der Deutsche fand auch nicht die richtige Distanz für seine gefürchteten Kicks zum Kopf. So unterlag Dominik obwohl er alles versucht hatte am Ende unverdient nach Punkten und musste sich mit dem fünften Platz zufrieden geben.

Auch Sascha Schuchardt der gleich im Anschluss kämpfte hatte mit Miroslav Grgic (Kroatien) einen unangenehmen Gegner. Dennoch war der Kampf über drei Runden lang ausgeglichen und Sascha der knapp hinten lag versuchte in der letzten Runde noch einmal alles. Dies nutzte sein Gegner um seine Konter anzubringen und so den Vorsprung zu vergrößern. Dennoch gab Sascha nicht auf und griff immer wieder an. Am Ende wurden seine Bemühungen nicht belohnt und auch er musste sich mit dem fünften Platz zufrieden geben.

Die letzte Chance vom Leichtkontaktteam ins Halbfinale einzuziehen hatte Florian Biebeler. Sein Gegner Tiran Avdalyan kam aus Russland. Florian verstand es den Russen in den ersten Beiden Runden zu kontrollieren und sich einen knappen Punktevorsprung herauszukämpfen. In der dritten Runde hatte sich er Russe dann anscheinend warm gekämpft. Er verstärkte nun den Druck und Florian kam immer öfter in Bedrängnis. Obwohl Florian dagegen hielt machte der Russe welcher Boxerisch sehr stark war nun die klareren Treffer. Am Ende musste sich Florian nach einem tollen Kampf knapp geschlagen geben. Er sicherte sich jedoch die Bronzemedaille.

Auch im Semikontakt lief es für das Deutsche nicht so gut. So traf Rojeen Dehyar im Viertelfinale auf den technisch sehr starken Belgier Björn van Hoyweghen. Dieser hatte enorm starke Beine und war mit seinen Kicks stets gefährlich. Auf diese musste der Deutsche besonders aufpassen. Rojenn gestaltete den Kampf ausgeglichen. Zwar ging der Belgier immer wieder in Führung, doch Rojenn konnte diese ausgleichen. Doch dann traf der Belgier kurz vor Schluss doch mit einem Kick zum Kopf und ging mit zwei Punkten in Führung. Rojeen konnte zwar noch einen Punkt aufholen doch die Restzeit bis zum Ende des Kampfes war zu knapp und so unterlag er denkbar knapp und unglücklich mit einem Punkt und wurde ebenfall nur fünfter.

Serkan Kasper hatte in der Klasse Junioren -84 kg das Pech und traf auf den Österreicher Roman Bründl der um einiges größer war als der Deutsche und einen genauso starken Fuß hatte wie der Belgier im anderen Kampf. Serkan machte seine Punkte mit den Händen, hatte aber das Pech einige Kicks zum Kopf nehmen zu müssen welche dem Österreicher einen Vorsprung verschafften. Trotzdem konnte Serkan sich immer wieder herankämpfen. Die Chance zum Sieg war greifbar nahe, doch dann reichte auch ihm die Zeit nicht mehr aus und er schaffte den Sprung ins Halbfinale leider auch nicht.

Als letzter der Herren musste Daniel Schulz gegen den Ungarn Gergo Schaffer ran. Daniel hatte mit dem Ungarn keinerlei Probleme. Der Deutsche war um einiges beweglicher und vor allem mit den Händen viel schnelle als sein Gegner. So konnte sich Daniel schnell einen Punktevorsprung herauskämpfen. In der zweiten Runde siegte Daniel dann durch technisches k.o. mit zehn Punkten unterschied und zog ins Finale ein.

Bei der weiblichen Jugend schaffte auch Katharina Bierbaß den Sprung ins Finale. Sie ließ ihrer Gegnerin Lucrenzia Cagnoni aus Italien nicht den Hauch einer Chance. Katharina traf mit den Füßen und Händen nach belieben und konnte sich ebenfalls relativ schnell einen Vorsprung erkämpfen. Auch sie siegte am Ende mit technischem k.o. und freute sich riesig über den Einzug ins Finale.

Simone Röhrl erkämpfte sich bei den Juniorinnen – 60 kg die Bronzemedaille. Sie musste an diesem Tag als einzige zweimal an den Start. Simone traf im Viertelfinale auf die Italienerin Francesca Lelli. Simone erwischte einen optimalen Start und konnte bereits in der ersten Runde den Kampf vorzeitig mit technischem k.o. für sich entscheiden und ins Halbfinale einziehen. Simone ging schnell in Führung und konnte diese mit schnellen Hand- und Fußtreffern kontinuierlich ausbauen. Bereits nach eineinhalb Minuten in der ersten Runde, traf Simone ihre Gegnerin beim Stand von 12:3 mit einer Fußtechnik am Kopf die zum 14:3 führte und die Kampfrichter veranlasste den Kampf Regelkonform zu beenden. Im Halbfinale traf Simone auf Anett Miscolci aus Ungarn.  Diese erwies sich als sehr stark. Doch Simone war eine ebenbürtige Gegnerin. Leider hatte sie die Kampfrichter nicht auf ihrer Seite. So verweigerten diese ihr gleich zu Beginn des Kampfes zwei Punkte für einen Kopftreffer der die Führung bedeutet hätte. So geriet Simone im Verlauf des Kampfes in Rückstand und musste laufend versuchen diesen Auszugleichen. Simone war  in Zugzwang und das kam ihrer Gegnerin die sich als starke Konterkämpferin erwies zugute. Simone gab alles, traf auch oft doch wieder versagten die Kampfrichter ihr die Punkte. Es war schon sehr auffällig, dass der Hauptkampfrichter, sowie ein Seitenkampfrichter nur die Punkte der Ungarin, nicht aber die von Simone erkannten. Am Ende unterlag Simone der Ungarin nach Punkten. Somit ging ein Durchwachsener Tag mit Erfolgen aber auch einigen unglücklichen Niederlagen zu Ende.

Samstag 10.11.2007: DIE FINALKÄMPFE: Drei  Deutsche hatten es ins Finale geschafft. Als erster den Titel zu holen erhielt Eugen Kuschtan. Sein Gegner der Russe Alexander Bulkin war an diesem Tag stärker als am Tag zuvor. Bei Eugen war es genau umgekehrt der Fall. Er konnte nicht an die in den Vorkämpfen gezeigten Leistungen anknüpfen. Er kämpfte nicht so druckvoll und mit dem Vorwärtsdrang der in die Tage zuvor ausgezeichnet und womit er seine Kämpfe gewonnen hatte. So schaffte sich der Russe einen Punktevorsprung den er zwei Runden lang kontinuierlich ausbaute. Vielleicht war der Druck der auf Eugen lag einfach noch zu groß. Trotzdem hat er mit dem Gewinn der Silbermedaille und seinen gezeigten Leistungen nicht enttäuscht und man war im deutschen Lager sehr zufrieden.

Nach ihm hatte Katharina die Chance auf den Titel. Sie steigerte sich noch einmal und legte im Vergleich zu den Vorkämpfen die Beste Leistung an den Tag. Katharina verlangte der Engländerin Yaz Anderson alles ab. Nach Ende der ersten Runde lag die Deutsche nur mit einem Treffer in Rückstand. Dies war aufzuholen. In der zweiten Runde traf die Engländerin Katharina hart zum Körper. Dieser Treffer kostete der Deutschen Kämpferin viel Substanz. Und obwohl Katharina alles versuchte schaffte sie es nicht mehr den Kampf für sich zu entscheiden. Doch auch sie kann auf die Silbermedaille sehr stolz sein.

Somit blieb nur noch Daniel Schulz übrig der eventuell einen Titel nach Deutschland holen konnte. Sein Gegner war Felipo Varone und kam aus Italien. Auch Daniel steigerte sich in diesem Kampf noch einmal und verlangte dem Italiener alles ab. Der Kampf war bis etwa dreißig Sekunden vor Schluss ausgeglichen. Dann traf der Italiener mit einem Kick zum Kopf und Daniel musste nun in den verbleibenden Sekunden alles versuchen den Kampf noch herumzureißen. So lief er in einen Konter des Italieners und verlor wie schon die Beiden anderen Deutschen zuvor knapp und unglücklich nach Punkten.

So wurde es bei dieser Europameisterschaft nicht mit einem Titel. Trotzdem war man im Deutschen Lager mehr als zufrieden. Sechs Medaillen bei vierzehn Teilnehmern ist kein schlechtes Resultat. Und wenn man auch keinen Titel holte können sich die drei Silber und drei Bronzemedaillen doch sehen lassen. Die Sportler haben die Bundestrainer nicht enttäuscht und alle ihr Bestes gegeben. Bei ein bisschen mehr Glück wären noch einige Medaillen drin gewesen. Doch wie sagte Präsident Peter Zaar der dem Team viele Grüße ausrichten ließ: “Der Weg ist das Ziel”. Und da die Sportler  ja alle noch sehr jung sind hat jeder noch viele Chancen den Titel zu holen, wenn er dabei bleibt und fleißig weiter trainiert.

Auch der Deutsche Kampfrichter Rainer Giel machte seine Arbeit hervorragend. Er wurde als Chef auf der Kampffläche im Leichtkontakt eingesetzt und war für die Ein- und Beurteilung der Kampfrichterzuständig. Für diese Arbeit werden nur die Besten  Kampfrichter mit viel Erfahrung eingesetzt. Somit war dies wieder einmal eine Bestätigung für den Stellenwert der Deutschen Kampfrichter auf internationaler Ebene.

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Text/Fotos: ws/Kathrin Röhrl – Hortense Gähler/ Ganglof

Deutschlandpokal in Schweinfurt

Schweinfurt war Austragungsort des Deutschlandpokals (Georg F. Brückner Gedächtnispokal) der WAKO Deutschland. 250 Sportler fanden den Weg in die Sporthalle in Schweinfurt. Sven Kirsten –  Leiter des Fightclub Schonungen – und sein Team hatten alles gut vorbereitet und den Kämpfern ein angenehmes Umfeld geschaffen. So lief auch dieses Turnier in gewohnter Weise ohne Schwierigkeiten und größere Verzögerungen ab. Den Zuschauern wurden auf drei Kampfflächen und im Ring wieder spannende und technisch hochwertige Kämpfe geboten. Ein Höhepunkt war das anwesende Fernsehteam vom Bayerischen Rundfunk die im Rahmen einer Berichterstattung über Kickboxen Kämpfe der Höchstadter Kämpfer filmten. Bei denen waren sie auch schon im Training erschienen und hatten Aufzeichnungen von der Vorbereitung für ihren Bericht gefilmt. Beim Deutschlandpokal ging es für einige Sportler schon um die Qualifikation zur Europameisterschaft im Jahr 2008, für manch andere zählte das Turnier als Standortbestimmung auf die bevorstehende Weltmeisterschaft in Portugal. Der Deutschlandpokal ist das erste von drei Qualifikationsturnieren um sich für die Internationalen Aufgaben zu empfehlen. Deshalb wurde auch wieder mit vollem Einsatz um die Siege gefightet. Durch einen guten Zeitplan, der relativ gut eingehalten werden konnte, war das Turnier dann auch um 17.00 Uhr beendet und die Sportler konnten zufrieden die Heimreise antreten.

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Text: ws / Fotos: K. Röhrl, P. Falkenberg

16. WAKO Weltmeisterschaft im Leichtkontakt in Belgrad / Serbien

Am Montag reiste die Deutsche Delegation mit 14 Sportlern, vier Funktionären und einem Fan nach Belgrad zur Weltmeisterschaft. Nach dem Wiegen hatten die Kämpfer zwei Tage Zeit sich die Stadt anzusehen. Am Mittwoch war es dann soweit. Um 21.00 Uhr musste Dimitiri Hait als einziger Deutscher am ersten Tag an den Start gehen. Er bestritt den ersten Kampf gleich nach der Eröffnungszeremonie gegen Leazio Nunes aus Brasilien. Dimitri der seinem Gegner vor allem technisch überlegen war, diktierte den Kampf. Der Brasilianer bekam wegen seinem unsauberem Kampfstil bereits in Runde eins eine Verwarnung. Nach weiteren Verwarnungen und Minuspunkten brach der Kampfrichter den Kampf in der dritten Runde zu Gunsten von Dimitri Hait ab. Sieger durch Disqualifikation und somit eine Runde weiter Hait Dimirti.

Am Donnerstag musste in der Klasse -63 kg Markus Ritz gegen Wojtech Hudy (Slowenien) als erster Deutscher auf die Matte. Markus zeigte gegen den Slowenen eine starke Leistung. Beide Kämpfer erwiesen sich als ziemlich gleich stark und so entwickelte sich ein spannender und ausgeglichener Kampf. Nachdem der Slowene vom Gefühl her die erste Runde für sich entscheiden konnte verschärfte Markus das Tempo und glich in Runde zwei den Kampf aus. In der letzten Runde gaben beide noch einmal alles und man war auf das Urteil gespannt. Am Ende siegte der Slowene aufgrund eines Treffers mehr auf den Zetteln der Punktrichter. Eine unglückliche Niederlage also für Markus, der gegen den starken Slowenen einen tollen Kampf gezeigt hatte und mit etwas mehr Glück die Kampffläche auch als Sieger hätte verlassen können. Nach ihm war Schatta Katja gegen Sengui Guzel (Schweiz) dran. Katja bestimmte von Beginn an den Kampf und lies die Schweizerin nicht in den Kampf kommen. Obwohl die Schweizerin um einiges Größer war, traf Katja mit ihren Händen ein ums andere mal und verschaffte sich so Respekt und die nötigen Punkte. Aber auch mit den Fußtechniken war Katja der Schweizerin überlegen. So überraschte das Urteil die Zuschauer auch nicht. Einstimmig mit 3:0 Kampfrichterstimmen zog Katja in die nächste Runde ein. Der Kampf -94 kg Nurchi Giovanni gegen Colin Dshaughnassi (Irland) begann spannend. Giovanni kam mit den schnellen Angriffen des Iren zu Beginn nicht so zurecht. Doch er steigerte sich in Runde zwei und drei und konnte sich so ein Übergewicht erkämpfen. Der Ire konnte sich nicht auf die Kombinationen des Deutschen einstellen und geriet mehr und mehr ins Hintertreffen. Am Ende siegte Giovanni klar und kam eine Runde weiter. Somit ist bisher einer unserer Kämpfer ausgeschieden und die anderen beiden kamen eine Runde weiter. Ihm folgte in der Klasse -79 kg Stefan Bücker gegen Mukeshar R. Chandnuty (Indien). Während es die anderen Deutschen Kämpfer doch mehr oder weniger schwer hatten eine Runde weiter zu kommen, war es für Stefan gegen den Inder relativ leicht in die nächste Runde einzuziehen. Stefan’s Gegner war sichtlich überfordert und wusste schon von Beginn an nicht wie ihm geschah. So dominierte Stefan die erste Runde klar und die Betreuer des Inders hätten den Kampf hier schon abrechen müssen. Sie entschieden sich jedoch dazu weiterzukämpfen. Der Abbruch kam dann zu Beginn der zweiten Runde durch den Kampfrichter. Der Inder drehte sich ständig ab, verließ die Kampffläche und kämpfte auch sonst sehr unsauber. Wenn er traf – was selten der Fall war – dann zum Rücken oder mit Innenhänden. Nach mehreren Verwarnungen und Minuspunkten Sieger durch Disqualifikation Stefan Bücker. Damit steht ein weiterer Deutscher in der zweiten Runde. Dimitri Hait musste gegen gegen Ozgur Kaygusuz (Türkei) antreten. Einen schweren Kampf hatte Dimitri gegen den technisch sehr guten Türken zu bestreiten. Beide Kämpfer schenkten sich drei Runden lang nichts und der Kampf war ausgeglichen. Während der Türke ein Übergewicht bei den Kicks zu verzeichnen hatte, war Dimitri boxerisch stärker. Am Ende warteten alle gespannt auf das Urteil. Knapper Sieger dieses Kampfes wurde Dimitri Hait der in die nächste Runde einziehen konnte. Als letzter war noch Christian Albrecht gegen Matej Visnai (Slowakei) an der Reihe. Auch Christian hatte mit dem Slowaken einen unangenehmen und starken Gegner. Nach kurzem Abtasten gingen beide voll zur Sache. Keiner der Beiden konnte sich die entscheidenden Punkte für einen deutlichen Sieg herauskämpfen und so blieb auch dieser Kampf bis zum Schluss spannend. Am Ende gab die bessere Kondition des Deutschen den Ausschlag für den Sieg, denn er konnte noch zulegen während der Slowake mit seiner Kraft doch ziemlich am Ende war. Einstimmiger Punktsieger und somit auch im Viertelfinale Christian Albrecht.

Am Freitag begannen die Frauen den Tag. Johanna Schafberg  machte den Anfang gegen Lucy Wolf (Großbritannien). Johanna fand in der ersten Runde überhaupt nicht in den Kampf. Sie begann zu abwartend und so konnte die Engländerin die erste Runde klar für sich entscheiden. In Runde zwei fand Joanna langsam ihren Rhythmus und traf nun selbst immer besser. Leider verstand es die Engländerin die nun auch Konditionelle Probleme bekam den Kampf immer wieder zu Unterbrechen und Johanna so aus dem Rhythmus zu bringen. In Runde drei hatte sich Johanna auf die Engländerin eingestellt und bestimmte nun den Kampf. Am Ende reichte es jedoch nicht. Sie verlor mit 1:2 Kampfrichterstimmen knapp den Kampf. Ihr folgte der Kampf  Julia Göldner gegen Nicole Blaser (Schweiz) – Julia machte von Beginn an druck, erhielt aber bald zwei Verwarnungen wegen zu hartem Kontakt. Die Schweizerin hatte dem Vorwärtsdrang von Julia nichts entgegenzusetzen und ging nach einem Kopftreffer der nicht so hart aussah zu Boden. Nachdem sie sich erholt hatte bekam Julia zwar einen Minuspunkt, wurde aber zum Glück nicht disqualifiziert und der Kampf konnte fortgesetzt werden. Julia punktete die Schweizerin klar aus und siegte am Ende verdient mit 3:0 Kampfrichterstimmen. Als dritte der deutschen Frauen musste Katja Schatta gegen Monik Florek (Polen) zeigen was in ihr steckt. Katja begann gegen die starke Polin verhalten, steigerte sich aber im Kampfverlauf immer mehr. Beide Kämpferinnen waren Hand- und Fußtechnisch auf dem gleichen hohen Niveau und so entwickelte sich ein packender und technisch sehr guter Kampf. Beide punkteten und man musste schon genau mitpunkten, um zu wissen, wer am Ende als Sieger die Matte verlassen würde. Gespannt warteten alle nach den drei Runden auf das Urteil. Dieses viel ganz knapp zu Gunsten der Polin aus. Katja hatte alles gegeben und hätte den Sieg ebenso verdient gehabt, aber wie schon so oft bei knappen Kämpfen muss man auch ein wenig Glück haben, und dies war bisher nicht auf Seiten der Deutschen. Danach waren die Männer an der Reihe. Kai Becker kämpfte gegen Borce Ivanovski (Macedonien). Kai hatte es gegen den um einen Kopf größeren Macedonier sehr schwer in den Kampf zu finden und dessen Vorwärtsdrang zu bremsen. Es gelang ihm jedoch immer öfter beim seitlichen Ausweichen den Gegner zu treffen und so Punkte zu sammeln. Technisch war dieser Kampf nicht so gut aber beide fighteten bis zum Ende der drei Runden. Danach musste man wieder zittern, doch diesmal war das Glück auf Seiten der Deutschen. Kai gewann knapp aber verdient mit 2:1 Kampfrichterstimmen.. Nach Kai waren mit Katja Möhle gegen Nikoline Juricev (Croatien) wieder die Frauen dran.– Katja kämpfte gegen die Croatien wie um ihr Leben. Die Konditionsmaschine marschierte drei Runden bedingungslos nach vorne setzte der Croatin ununterbrochen zu. Leider vernachlässigte sie dabei ihre Deckung und die Gegnerin konnte sie oft mit Kicks zum Kopf treffen, welche die Kampfrichter mehr bewerteten als die Fausttreffer von Katja. Die Croatin wusste sich gegen die Angriffe von Katja oft nur durch klammern zu helfen. Am Ende gaben aber die Fußtreffer den Ausschlag für die Niederlage von Katja. Trotz tollem Kampf in dem sie alles gab unterlag sie knapp nach Punkten.  Fabian Fingerhut musste gegen Khabchach Soufiane (Marocco) antreten. Fabian bestimmte den Kampf von beginn an und traf den technisch nicht schlechten Maroccaner nach belieben. Dieser zeigte ab Mitte der zweiten Runde Konditionelle Mängel und so konnte Fabian seinen Punktevorsprung ausbauen. In der dritten Runde brachte sein Gegner nicht mehr viel zustande und so war das 3:0 Urteil zugunsten für Fabian auch keine Überraschung mehr. Da wartet dann im nächsten Kampf sicher ein schwierigerer Gegner auf ihn. Doch bei seiner Form hat er gute Chancen eine Runde weiter zu kommen. Dimitri Hait bestritt gegen Evgeny Mayer (Russland) seinen zweiten Kampf an diesem Tag.  Dimitri musste gegen den starken Russen alles geben um bestehen zu können. Dimitri tat sich zum Beginn wieder schwer, konnte dann den Kampf ausgeglichen gestalten. In der dritten Runde konnte er den Angriffen des Russen nichts mehr entgegensetzen und verlor den Kampf mit 0:3 Kampfrichterstimmen dann doch deutlich. Im Superschwergewicht kämpfte  Roman Reusch gegen Franci Skubber (Slowenien). Roman fand in keiner Phase des Kampfes die richtige Einstellung zu seinem Slowenischen Gegner und musste bei seinem ersten internationalen Turnier Lehrgeld bezahlen. Ihm fehlte die internationale Erfahrung, die der Slowene schon besaß. Roman kämpfte beherzt doch der Slowene war zu stark und er unterlag am Ende nach Punkten. In der Klasse -79 kg traf Stefan Bücker auf Ruslan Ishmakov (Russland). Stefan zeigte gegen den starken Russen eine Tatelose Leistung. Mit seinen Kicks war er dem Russen überlegen und auch Boxerisch konnte er mithalten. Stefan konnte alle drei Runden deutlich gewinnen. Als das Urteil kam war man im Deutschen Lager doch etwas überrascht. Stefan gewann nur mit 2:1 Kampfrichterstimmen. Alle hatten ob der Dominanz von Stefan doch ein 3:0 Urteil erwartet. Auch Christian Albrecht musste zum zweiten Mal auf die Kampffläche. Sein Gegner war Zafer Erturk (Türkei). Christian war auch in seinem zweiten Kampf bei dieser WM dem Gegner überlegen. Mit guten Fußtreffern machte er dem Türken das Leben schwer. Er setzte die Vorgaben der Bundestrainer gekonnt im Kampf um und sicherte sich einen ungefährdeten Sieg. Vor allem die Kicks gegen die der Türke kein Mittel fand kamen super und brachten die nötigen Punkte. So siegte Christian deutlich mit 3:0 Kampfrichterstimmen. -94 kg kämpfte Giovanni Nurchi gegen Bartolomiej Bolian (Polen). Er kämpfte gegen den Polen in der ersten Runde aus der Distanz heraus und punktete ebenfalls mit seinen Kicks. In Runde zwei lies er sich zu oft auf Nahkämpfe ein und der Pole sah nun besser aus. Nach einem Anpfiff von BT Peter Zaar besann sich Giovanni auf sein können und begann wieder zu kämpfen. Er schenkte dem jetzt härter werdenden Polen nichts und war nun auch mit den Händen ebenbürtig. Am Ende ein verdienter 3:0 Sieg für Giovanni. Ihm folgte der Kampf Jessica Heymann gegen Petra Pattig (Schweiz) – Grippegeschwächt musste Jessica Heymann der Schweizerin nach einem großartigem Kampf den Sieg überlassen. Auch Kai Becker musste zwei Kämpfe an diesem Tag bestreiten. Sein nächster Gegner war Jerny Workinski (Polen). Gegen den Weltmeister reichte die solide Deckungsarbeit von Kai nicht aus. Er verlor am Ende mit 0:3 Kampfrichterstimmen. Als vorletzte des Deutschen Teams war an diesem Tag  Julia Göldner gegen Marta Fenyvesi (Ungarn) dran. Mit einer großartigen technisch taktischen sowie kämpferischen Leistung sichert sich Julia die Bronzemedaille. Der letzte Deutsche Starter war  Fabian Fingerhut. Sein Gegner war der Russe  Idar Gabbasov. Fabian verlor denkbar knapp mit 1.2 Richterstimmen gegen den sehr starken Russen. Nach zwei Runden lag der Russe leider schon vorn. Trotz eines starken Schlussspurts reichte es am Ende nicht ganz zum Sieg.

Halbfinale: Samstag war der Tag der Halbfinalkämpfe. Von den Deutschen waren noch fünf Sportler vertreten. Julia Göldner gegen Sabina Sehic (Slowakei) war der erste Kampf mit deutscher Beteiligung. Leider hat Julia ihren Kampf gegen die Kämpferin aus der Slowakei knapp nach Punkten verloren. Beide Kämpferinnen boten den Zuschauern einen tollen Kampf der von den Treffern her ganz eng war. Am Ende hätte man auch Julia knapp vorne haben können, doch die Kampfrichter aus der Ukraine, Russland und Croatien entschieden sich für ihre Gegnerin. Bitter für Julia, die jedoch dennoch nicht enttäuscht sein muss, hat sie doch alles gegeben und immerhin eine Bronzemedaille erkämpft. Nach ihr kam der Kampf Stefan Bücker gegen Martin Navratil (Slowakei). Stefan zeigte gegen den Slowaken sein ganzes können und konnte sich gleich zu Beginn behaupten. Nachdem der Slowake nach Runde eins zurücklag konnte Stefan dessen Angriffe mit tollen Kopftreffern kontern und den Vorsprung ausbauen. Auch die dritte Runde gehörte Stefan und er zog mit einem 3:0 Sieg souverän ins Finale ein. Bei den schweren Frauen +70 kg kämpfte Natalie John gegen Barbara Kovacs (Ungarn). Natalie kämpfte fast zeitgleich mit Stefan und zeigte eine beeindruckende Leistung gegen die wesentlich schwerer Ungarin, die jedoch technisch sehr stark war. Dennoch diktierte Natalie das Kampfgeschehen und am Ende war man sich im Deutschen Lager sicher das Finale errecht zu haben. Doch der Sieg ging mit 1:2 an die Ungarin, die darüber genauso überrascht war wie das deutsche Lager. Selbst der Betreuer der Ungarn konnte es nicht glauben und kam in die Deutsche Ecke um Natalie zu gratulieren und er bestätigte den Bundestrainern, dass auch er der Meinung war Natalie hat den Kampf gewonnen. In der Klasse -94 kg Giovanni Nurchi gegen Ranis Smajlovic (Slowakei) um den Einzug ins Finale. Der Kampf dauerte nicht sehr lange. Bereits nach einem Angriff von Giovanni stellte sich heraus, dass der Slowene verletzt ist und den Fuß nicht richtig belasten konnte. Er versuchte zwar noch weiterzukämpfen, musste aber kurz darauf den Kampf aufgeben. Somit steht auch Giovanni im Finale. Ein gutes Resultat der Deutschen was für die gute Arbeit der Heim – und Bundestrainer spricht.

Sonntag – Die Finalkämpfe: Stefan konnte gegen den Ungarn in der ersten Runde nicht die gewohnte Form an den Tag legen und steigerte sich erst ab Runde zwei. In der letzten Runde gab er noch einmal richtig Gas und so war der Kampf ausgeglichen. Viele umstehende waren der Meinung Stefan hätte Aufgrund der letzten Runde den Kampf knapp gewonnen. Andere sahen den Ungarn vorne. Somit musste man auf das Ergebnis der Kampfrichter warten. Und diese sahen den Kampf genauso knapp. Ein Kampfrichter hatte Stefan vorne und zwei den Ungarn. Somit also leider eine unglückliche Niederlage für Stefan die jedoch in Ordnung ging.

Christian kam mit dem Russen in der ersten Runde überhaupt nicht zurecht. In Runde zwei konnte er sich besser in Szene setzen. Doch in der letzten Runde gab letztendlich die Routine des Russen den Ausschlag für dessen Sieg. Seine Cleverness setzte sich durch und er gewann den Kampf nach drei Runden. Christian konnte mit dem zweiten Platz bei seinem ersten großen internationalen Auftritt mehr als zufrieden sein und wird in Zukunft sicher noch mehr erreichen.

Nach einem tollen Kampf in dem der Russe Giovanni alles abverlangte setzte sich Giovanni am Ende knapp aber verdient durch und sicherte sich den Titel des Weltmeisters. Giovanni begann die erste Runde sehr gut und konnte dem Russen Paroli bieten. In Runde zwei kam der Russe stärker auf. Eine kurze Standpauke von BT Peter Zaar der seinen Schüler an dessen Stärken erinnerte und ihn bat diese auch einzusetzen brachte die Wende. Giovanni hielt sich an die Anweisungen der deutschen Ecke, setzte seine Kicks ein und erkämpfte sich somit den knappen Punktevorsprung der den Ausschlag zum Sieg gab.

Der Kreis schließt sich: Brückner – Baaden – Zaar – Gottschalk. Weltmeistertrainer in 4 Generationen.

GIOVANNI ist W E L T M E I S T E R !!!!!!

Somit liebe Sportfreunde in der Heimat endet diese Weltmeisterschaft aus deutscher Sicht mit einem versöhnlichen Abschluss. Die Kämpfer gaben ihr Bestes, die Bundestrainer haben die Kämpfer optimal betreut. Es wäre vermessen bei 14 Teilnehmern 14 Medaillen zu erwarten. Doch mit 2 Bronze-, zwei Silber- und einer Goldmedaille kann das Deutsche Team stolz die Heimreise antreten. Bleibt noch zu erwähnen, dass auch die Deutsche Kampfrichterin Kathrin Soßna wieder zu den Besten des Turniers gehörte und die meisten Einsätze zu bewältigen hatte. Das Russische Team forderte bei den Kämpfen ihrer Sportler sogar den Einsatz der Deutschen Kampfrichterin, da sie erkannt hatten, dass diese gut und vor allem fair den Sportlern gegenüber ihre Wertungen abgibt, was man nicht von allen behaupten konnte. In der Nationenwertung erreichte Deutschland den 4. Platz hinter Russland, Ungarn und Polen. 17 Nationen kamen in die Nationenwertung was wieder einmal zeigt wie ausgeglichen die Länder in den letzten Jahren sind. Eine Info noch für die Presse. Es waren 650 Kämpfer aus 50 Ländern am Start. (Die WAKO hat jetzt Weltweit 105 Mitgliedsländer) Der zweite Teil der Weltmeisterschaft mit den Disziplinen Semikontakt, Vollkontakt Musikformen und Aerokickboxing wird Ende November in Portugal ausgetragen. Nicht zu vergessen die Jugend- und Junioren Europameisterschaft Anfang November ebenfalls in Portugal. Am Ende werden sicher wieder 2000 qualifizierte Sportler an den WAKO Welt- bzw. Europameisterschaften teilgenommen haben. Das Team freut sich auf die Rückkehr nach Deutschland und sendet viele Grüße an alle die die Daumen gedrückt haben in die Heimat.

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3. Kadertraining des Vollkontaktkaders in Coburg – Vorbereitung auf die WM

Am Wochenende traf sich der Deutsche Vollkontaktkader im Sportstudio in Coburg zum letzten Kadertraining des Jahres. Dieses Training wurde als Vorbereitung auf die bevorstehende WM angesetzt. Die anwesenden Sportler wurden in zwei Trainingseinheiten am Samstag und zwei Einheiten am Sonntag auf die bevorstehenden Aufgeben eingestimmt. Am Samstag stand diesmal nicht das Wettkampfsparring, sondern Technik und Taktiktraining sowie spezielle Ausdauer im Vordergrund. Am Sonntag konnte Ferdinand Mack wegen eines wichtigen anderen Termins nicht mehr anwesend. So leitete Bundestrainer Werner Soßna das Training alleine. Sein Hauptmerk lag am Sonntag in der Angriffsvorbereitung und Weiterführung, sowie Angriffabschluss mit einem Kick. Dies wurde in der ersten Einheit mit dem Partner und in der zweiten Einheit am Sandsack trainiert. Nach der zweiten Trainingeinheit war Bundestrainer Werner Soßna mit den Leistungen einer Schützlinge sehr zufrieden. In der anschließenden Abschlussbesprechung bat er die Kadersportlern die Techniken auch im Heimtraining immer wieder zu üben. Er bedankte sich für den Einsatz und Fleiß den die Teilnehmer in den zwei Tagen gezeigt hatten. Einen Wehrmuttropfen gab es dennoch zu verzeichnen. Jens Lintow hatte Werner Soßna am Sonntag Vormittag darüber unterrichtet, dass Johannes Wolf ein sicher Anwärter auf den WM Titel nicht mit zu WM fahren kann. Er bekommt von seinem Ausbildungsbetrieb nicht frei. Somit fährt das Deutsche Team mit einem sehr kleinen Kader zur WM nach Portugal.

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2. Kadertraining des Vollkontaktkaders in Bad Hersfeld

Am Wochenende traf sich der Deutsche Vollkontaktkader im Sportstudio von Michael Möller in Bad Hersfeld zum 2. Kadertraining vor der anstehenden WM. Nicht alle Kadersportler waren der Einladung der Bundestrainer gefolgt, was sich nun auch bei der Nominierung bemerkbar macht. Die anwesenden Sportler wurden in drei Trainingseinheiten am Samstag und zwei Einheiten am Sonntag auf die bevorstehenden Aufgeben eingestimmt. Neben Technik und Taktiktraining kam auch Ausdauer und Sparring nicht zu kurz. Ein Hauptmerk lag diesmal in der Angriffsvorbereitung und Weiterführung. Am Sonntag Nachmittag waren die Bundestrainer Ferdinand Mack und Werner Soßna mit den Leistungen ihrer Schützlinge sehr zufrieden. In der anschließenden Abschlussbesprechung konnten zwei Teilnehmer noch eine erfreuliche Nachricht in Empfang nehmen. Nik Bachinger und Lukas Makarewicz wurden zur WM nachnominiert. Obwohl Beide nicht die Nummer eins in ihren Klassen sind, überzeugten sie die Bundestrainer bei den letzten beiden Lehrgängen, so dass sich diese entschieden die Beiden zunominieren. Die Bundestrainer bedankten sich auch bei Michael Möller für die Gastfreundschaft und das bereitstellen seiner Trainingshallen. Auf 600 Quadratmetern hatten die Sportler genügen Platz sich auszutoben. Michael hatte für die Sportler Getränke, Kaffee und Kuchen sowie weitere Kleinigkeiten zum Essen besorgt. Man will auch im nächsten Jahr wieder einen Lehrgang in Bad Hersfeld abhalten.

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WAKO – Deutschland lud zu den German Open (Internationale Deutsche Meisterschaft) nach Berlin

Teilnehmerfeld mit 520 Sportlern aus 103 Vereinen begeistert das Publikum aus Berlin.

Der Titel des Internationalen Deutschen Meisterschaft ist die höchste nationale Errungenschaft eines Kickboxers in Deutschland. Der Einladung des größten Kickboxverbandes WAKO am 14. April 2007 in Berlin folgten 520 Teilnehmer aus 103 Vereinen. Kämpfer aus den Ländern Deutschland, Dänemark, Italien, Österreich, Bulgarien, Belgien, Kroatien, Mazedonien, Ungarn, Griechenland, Finnland, Tschechien, Irland, Norwegen und Schweden schickten zahlreiche Topathleten, um den begehrten Titel zu erkämpfen.

Im Semikontakt konnten sich neben den deutschen Favoriten auch zahlreiche ausländische Kämpfer in ihren Begegnungen durchsetzen. Insbesondere Irland und Belgien, unter anderem mit Kurt Baert, der gegen Tobias Weiß im Finale siegreich war, konnten viele Titel gewinnen. Aber auch das deutsche Semikontaktteam hinterließ einen sehr starken Eindruck. Mit Melanie Moder (Damen -65kg), Christian Welker (-69kg) Robert Knödlseder (-84 kg), Daniel Weil (-89 kg) und Daniel Händel (+94 kg) konnten sich wie erwartet die Favoriten aus Deutschland klar in ihren Gewichtsklassen durchsetzen.

Adriane Doppler meldete sich eindrucksvoll in der Klasse – 70 kg zurück, ebenso wie Carolin Pitzke bei den Frauen – 60 kg. Eine Überraschung war der erste Platz von Monique Stroh die so starke Kämpferinnen wie die Irin Cristina Mc Mahon und Natalie Hein hinter sich lassen konnte.

Im Leichtkontakt waren die Rollen ebenfalls klar verteilt. Neben Dänemark und Irland holte auch das deutsche Team mit altbekannten Gesichtern viele Titel. Vor allem die Sportler aus Nordrhein Westfalen erwiesen sich als  starke Gegner. Die Favoriten im Leichtkontakt wie z.B. Johannes Wolf (-57 kg), Fabian Fingerhut (89 kg) oder Giovanni Nurchi (-94 kg) setzten sich ohne Mühe durch. Paul Schmunk rückte mit seinem Sieg in der Klasse -69 kg zu den Großen im Leichtkontakt auf.

Bei den Damen war die Niederlage von Julia Göldner gegen Julie Mc Hale aus Irland die Überraschung. Von den Deutschen Nationalmannschaftskämpferinnen konnte sich nur Sabine Schnell (+70 kg) den Titel holen.

Bei den Junioren machte erneut Dominik Dellermann (Höchstadt) auf sich aufmerksam. Der Schüler von Vollkontakt Bundestrainer Werner Sossna sicherte sich nicht nur im Leichtkontakt überlegen den Titel, sondern zeigte auch im Vollkontakt welches Potenzial in ihm steckt. So besiegte er im Finale den starken Iren Gregory O Harah im Finale durch ko in der zweiten Runde. Dabei war sich Ex-Weltmeister Michael Kuhr, nachdem er den Vorkampf des Iren gesehen hatte, vor dem Finale noch sicher, dass der Ire klar gewinnen würde. So kann man sich auch als Fachmann täuschen.

Im Vollkontakt holte sich Julia Göldner, in der Klasse -65kg dann den erhofften Titel. Neben ihr konnte sich von den Deutschen nur noch Nadja Fritsche (-70 kg) durchsetzen.

Bei den Herren gab es in der Klasse – 63,5 kg ein packendes Finale zwischen Markus Ritz und Azer Ismailov mit einen knappen Ausgang zu Gunsten von Azer Ismailov. Viktor Hait besiegte im Finale seinen Bruder Dimitri im Finale -71kg. Alexander Meier aus Bayern erkämpfte sich wie schon im letzten Jahr den Sieg und konnte dabei die Bundestrainer von seiner Klasse überzeugen. Bei den Schwergewichten war keiner der Deutschen Topkämpfer am Start, so dass im Finale Kämpfer aus Norwegen gegen Mazedonien standen. Hier sicherte sich der Norweger Andreas Hoftun der einen starken Eindruck hinterließ den Sieg. Alexander Melcher, der am 12.Mai 2007 in Ingolstadt erneut um den Titel des WAKO-Pro Weltmeisters kämpfen wird, war aus diesem Grund nicht angetreten.

Neben den zahlreichen Kickboxkämpfen machten auch die Formenläufer von sich reden. Neben Ronny Grebenstein, der einen Titel des Internationalen Deutschen Meisters errang und eine zweite Platzierung erreichte, war Monique Stroh bei den Damen erfolgreich.

Die WAKO – Deutschland e. V. war mit dem Ablauf und den sehr guten Schiedsrichterleistungen sehr zufrieden. Die gezeigten Leistungen auf der Internationalen Meisterschaft 2007 in Berlin lassen auf eine weitere spannende Saison und Qualifikation zur Welt- bzw. Europameisterschaft im Herbst hoffen.

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Jahreshauptversammlung der WAKO Deutschland in Köln

Nachdem es in der WAKO läuft, gab es bei der Jahreshauptversammlung in Köln nichts gravierendes zu vermelden. Das bestehende Präsidium trat nach vier  Jahren Amtszeit wegen der anstehenden Neuwahlen zurück und wurde von den anwesenden Vertretern der Landesverbände für weitere vier Jahre gewählt. Der Verband funktioniert und in den Landesverbänden steigen die Mitgliederzahlen. Hauptziel ist weiterhin die Aufnahme und Anerkennung im Deutschen Sportbund, welches man weiterhin vorantreiben will. Dazu werden ab dem Jahr 2007 bei den Bundesturnieren Antidopingtest durchgeführt. Man blickt also zuversichtlich in die Zukunft und wird alles daran setzen die WAKO Deutschland weiter nach vorne zu bringen.

Text: ws

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