Leonard Ademaj wird neuer Bundestrainerassistent

„Brücken schlagen zwischen alter Schule und Moderne“

Entscheidungen trifft Leonard Ademaj nie spontan. Er schläft eine Nacht darüber. Über diese Entscheidung schlief er sogar mehrere. Schlussendlich ist „Leo“, wie er von nahezu jedem seiner Kampfsportfreunde genannt wird, neuer Bundestrainerassistent der Elite im Pointfighting.

Im Mai dieses Jahres wurde nach dem Rücktritt Christian Lohmanns die Stelle des zweiten Assistenten von Bundestrainer Frank Feuer vakant. Feuer und WAKO Deutschland-Präsident Jürgen Schorn erstellten eine Kandidatenliste mit einem Anforderungsprofil: Loyal soll der neue Assistent sein, erfahren, nicht zu alt, aber auch nicht zu jung. Begeisterung für das Pointfighting mitbringen, sportlich und vor allem ein Teamplayer sein.

Diese Anforderungen erfüllt nach einer eingehenden Prüfung der neue Bundestrainer Leonard Ademaj. Frank Feuer: „Leonard genießt unser Vertrauen, es ist eine bewusste Entscheidung mit ihm zusammenarbeiten zu wollen.“.

Mit seinem „ja“ zum Assistentenposten bildet er nun ein Duo mit dem Assistenzkollegen Sven Mager. Und er wird auch gleich voll mit eingebaut. Schließlich steht im November die Europameisterschaft der Elite in Slowenien an. Europameisterschaft? Da war doch etwas. 2016 wurde der heute 43-Jährige in Griechenland mit dem deutschen Team Europameister. 2017 wurde der im nächsten Monat 44 Jahre alt werdende Familienvater in Ungarn Weltmeister. In diesem Jahr gewann Ademaj auch die deutsche Meisterschaft und wäre auch wieder ein gesetztes Mitglied im deutschen Kader gewesen. „Dieses Jahr stehe ich aber nicht als Sportler für die deutsche Nationalmannschaft zur Verfügung. Das war auch schon vor der Anfrage von Frank und Jürgen kommuniziert.“ Auf seine neue Aufgabe freut sich der mit Taekwondo gestartete Kämpfer allerdings sehr. „Ich war im ersten Moment der Anfrage schon überrascht, das kam unerwartet. Nichtsdestotrotz fühle ich mich sehr geehrt“, so der Sportler des Budoclubs Betzdorf. „Leo“ empfindet den nächsten Schritt in seiner Karriere als „gute Sache“: „Ich kenne die Sportler und mag die Menschen sehr, auch alle um das Team herum.“ Dies hat die Entscheidung für Ademaj auch leicht(er) gemacht: „Insbesondere freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit Sven und Frank.“. Auf die Frage, wie er das Team auf der Trainerposition bereichern kann, sagt der amtierende Weltmeister der Masters, dass er viel Erfahrung besitze und immer noch aktiv sei. Er kenne viele Leute, auf der und um die Tatami herum. Er sei schon aktiv gewesen, als das Kickboxen noch lange nicht so populär wie heute gewesen sei. „Ich möchte eine Brücke schlagen zwischen alter Schule und Moderne“, sagt Leonard, der so sein selbstgestecktes Ziel sieht.

Es wirkt, als sei die „Personalie Ademaj“ von allen Seiten „überschlafen“ und eine bewusste Entscheidung.

 

Text: Lars Eckhoff